REISEN

Mathematiker finden Weg, um Staus in Städten zu verhindern

Stau, Autos, Verkehr
Sind Staus möglicherweise völlig überflüssig? (Foto: Unsplash / Alexander Popov)
geschrieben von Marinela Potor

Vom Feierabendverkehr bis hin zum Ferienstart: Wir alle haben schon oft genug im Stau gestanden, um zu wissen – es nervt. Doch russische Wissenschaftler behaupten jetzt: Die meisten Staus könnten verhindert werden und sie wissen auch wie. 

Staus gehören einfach zum Autofahren dazu? Von wegen! Das behaupten jetzt russische Mathematiker der St. Petersburg Universität. Sie sagen, dass viele Staus komplett unnötig seien und man sie sogar im Vorfeld verhindern könne.

Der Schlüssel dazu liege darin, Straßenbau und Verkehrsplanung nicht Ingenieuren zu überlassen, sondern vielmehr Mathematikern, sagen Alexander Krylatov und Victor Zakharov in einer öffentlichen Erklärung.


Neue Stellenangebote

Auszubildender zur Tourismuskauffrau/-mann für Privat- und Geschäftsreisen (m/d/w)
nova reisen GmbH in Unterhaching
Veranstaltungskaufmann / Event Specialist (m/w/d)
Xenios AG in Heilbronn
Sachbearbeiter/-in Geographische Informationssysteme (m/w/d)
Amt für Personal und Organisation Landkreis Teltow-Fläming in Luckenwalde

Alle Stellenanzeigen


„Selbst wenn es Ingenieuren gelingt, die Situation an einer Stelle zu verbessern, mit stetig wachsendem Verkehr organisiert sich der Verkehrsfluss nach einer Weile neu und die gleichen Staus erscheinen an anderer Stelle.“

Das liege vor allem daran, dass Ingenieure bei der Straßenplanung auf Kostenersparnisse und Effizienz achten und nicht auf die Systematik von Verkehrsflüssen. „Der mathematische Ansatz ist in dem Fall überlegen“, sagt darum Krylatov.

Wer steuern kann, wie Menschen fahren, kann Staus verhindern

Denn mit mathematischen Simulationsmodellen könne man viel genauer Fahrverhalten analysieren, vorhersagen und strategisch planen. Dem zugrunde liegt die Idee, dass nicht nur die Straßenführung, sondern auch das Verhalten der Autofahrer Verkehrsflüsse verändert und beeinflusst.

Wenn beispielsweise eine Stadt auf einer bestimmten Strecke mehr Spuren baut, sorgt die neue Infrastruktur zunächst dafür, dass es hier weniger Staus gibt. Doch nach einer gewissen Zeit, werden mehr Autofahrer genau diese angenehmere Strecke fahren, was zwar andere Routen entlasten mag, nun aber an neuer Stelle für Staus sorgt.

Wenn man also berechnen – oder noch besser, steuern – kann, wie Autofahrer reagieren und fahren, könnte man Staus nicht nur schneller auflösen, sondern gänzlich verhindern.

Dafür schlagen Alexander Krylatov und Victor Zakharov gleich mehrere Lösungen vor.

Ein Navi-System für alle

Um Staus effektiv zu vermeiden, sollten alle Autofahrer ein einheitliches Navigationssystem nutzen. Denn ohne Navi fahren die meisten Fahrer einfach so, wie sie es für richtig halten.

Dieses egoistische Fahrverhalten hilft aber nicht unbedingt dem Verkehrsfluss. Vor allem, weil der einzelne Autofahrer gar nicht absehen kann, wie seine individuelle Entscheidung, etwa eine bestimmte Umleitung zu fahren, den gesamten Stau in einer Art Domino-Effekt beeinflusst.

Zwar nutzen die meisten Autofahrer heutzutage Navigationssysteme, doch diese sind nicht aufeinander abgestimmt. So kann es im Endeffekt dazu führen, dass die verschiedenen Umleitungsempfehlungen dafür sorgen, dass an neuer Stelle ein Stau entsteht.

Ideal wäre es daher, wenn es ein einheitliches Navigationssystem gäbe, beziehungsweise die Systeme (oder Autos) miteinander kommunizieren könnten. Denn dann könnten sie die Autofahrer so lenken, dass kein neuer Stau entsteht.

Darüber hinaus könnten sich derart intelligente Navis schon vor Fahrantritt abstimmen und die Autos so lenken, dass gar keine Staus entstehen.

„Grüne Spuren“ für Elektroautos

Neben smarten Navis schlagen Krylatov und Zakharov aber auch weitere mathematische Stau-Lösungen vor.

Wenn man Verkehrsflüsse berechnet, kann man darauf abgestimmt viel effektivere Tempolimits setzen, Parkverbotszonen einrichten oder auch designierte „grüne Spuren“ für Elektrofahrzeuge einrichten, wodurch Staus von vorneherein verhindert werden können.

Digitale Zwillinge sollten all das idealerweise überwachen. Damit könnte man eine digitale Version des aktuellen Verkehrsstroms simulieren und Autofahrer-Verhalten sowie Infrastruktur entsprechend anpassen.

Staus, so die Theorie der Mathematiker, könnten so komplett verhindert werden.

Zum Weiterlesen

Teile diesen Beitrag!

Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

KOMMENTIEREN