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Superstrata: Du bist groß, klein, mittel? Egal! Dieses Rad passt sich an DEINE Größe an

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Dieses Fahrrad will Europa erobern. (Foto: Superstrata)

Superstrata ist ein brandneues Fahrrad aus den USA, das jetzt Europa und Deutschland erobern will. Es kommt aus dem 3D-Drucker, ist ultraleicht und passt sich auch noch deiner Größe perfekt an. 

Fahrrad-Start-ups sind nichts Neues. Leichte Fahrräder auch nicht. Und auch Fahrzeuge aus dem 3D-Drucker haben wir schon vorgestellt. Was ist also das Besondere am Superstrata?

Gleich mehrere Dinge. Einmal hat das Start-up mit Sitz in den USA den 3D-Druck auf eine neue Stufe gehoben. Des Weiteren hat Superstrata damit ein Produkt geschaffen, das sich komplett individuell an den Nutzer anpassen lässt, und das auch noch zu einem bezahlbaren Preis.


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Superstrata ist erstes Fahrrad mit Unibody-Rahmen aus 3D-Drucker

Erst am Montag hat Superstrata offiziell sein neues E-Bike gelauncht. Der Weg dahin hat allerdings gut vier Jahre gedauert. Für ein modernes Start-up ist das durchaus ein langer Zeitraum. Das liegt überwiegend an der Herstellung des Bikes.

Denn Superstrata hatte sich vorgenommen, den Fahrradrahmen aus Kohlefaser im 3D-Drucker zu produzieren – und das als ein einziges Teil. „Das ist ein sehr komplexer Prozess“, erklärt Sonny Vu, CEO von Superstrata im Telefongespräch mit Mobility Mag.

Bislang hat sich das entsprechend auch noch kein anderer Fahrradhersteller getraut. Superstrata ist somit das erste Fahrrad der Welt mit einem Unibody-Rahmen aus dem 3D-Druck. Die Tatsache, dass der Rahmen aus einem einzigen Stück besteht, macht ihn stabiler. Der Rahmen wiegt zudem nur etwa ein Kilogramm.

„Das ist nicht der leichteste Rahmen der Welt, aber wir haben einen guten Kompromiss zwischen Funktion und schönem Design gefunden“, erklärt Vu.

Das sagt Einiges über die Einstellung des Start-ups. Denn eigentlich ist Superstrata aus dem Unternehmen Arevo hervorgegangen. Arevo wiederum ist 3D-Druck-Spezialist. Nach einigen Jahre in der Branche war klar, dass es Zeit war, selbst ein Produkt mit der eigenen Technologie herzustellen.

Nach längerer Suche entschied man sich für Fahrräder. Als sich das Start-up daraufhin in der Industrie umschaute, wie man Fahrräder produziert, fühlten sie sich wie in einem Museum. „Erst eine Form bauen, dann gießen und daraus Fahrradteile herstellen, scheint aus heutiger Sicht sehr altmodisch“, sagt Vu.

Hinzu kommt noch der Prozess. Man baut erst das Fahrrad. Dann bringt man es auf den Markt. Und erst dann hofft man, dass Radfahrer es kaufen.

Für ein etabliertes Unternehmen mag das sogar noch sinnvoll sein. Doch für ein junges Start-up sind das hohe Investitionen, bevor man weiß, ob die Kunden das Fahrrad überhaupt wollen.

Genau darum ist Superstrata einen anderen Weg gegangen.

Bereits 500 Vorbestellungen

Über Crowdfunding testeten sie zunächst, ob überhaupt Interesse an ihrem Produkt bestand. Das kann man durchaus sagen. Obwohl das Unternehmen sein Produkt nicht besonders vermarktet hat, sind bereits rund 500 Vorbestellungen eingegangen.

Allein das E-Bike hat auf Indiegogo bereits mehr als eine Million US-Dollar sammeln können. Das sind 1.000 Prozent mehr als das ursprüngliche Ziel von 100.000 US-Dollar.

Das rege Interesse liegt aber nicht nur an dem Unibody-Rahmen, dem Design des Fahrrads oder der Tatsache, dass das Superstrata sowohl als Fahrrad als auch als E-Bike zu haben ist. Superstrata kann den Kunden nämlich durch den 3D-Druck auch nahezu grenzenlose Individualisierung anbieten.

Du willst dein Fahrrad in rot mit weißen Punkten? Kein Problem! Du bist eine kleine Person und findest sonst nur Fahrräder in der Kinderabteilung? Kein Problem! Oder bist du wiederum größer als zwei Meter und kannst kein passendes Fahrrad finden? Auch das ist für Superstrata kein Thema.

„Wir sind natürlich durch die industriellen Reifengrößen schon limitiert“, erklärt Vu. „So hatten wir zum Beispiel einen Kunden, der größer als zwei Meter war und konnten bei den Reifen nicht viel tun, sodass die Proportionen etwas seltsam aussehen. Aber, und das ist das Wichtigste, wir konnten ihm ein passendes Fahrrad herstellen.“

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Einzig die Reifengrößen begrenzen die Flexibilität. Darüber hinaus ist (fast) alles möglich. (Foto: Superstrata)

So arbeitet das Start-up auch schon daran, auch die Reifen im 3D-Drucker zu produzieren.


Superstrata: Die Specs in der Übersicht

  • Gewicht: 9 kg (Fahrrad); 11 kg (E-Bike)
  • Akku (E-Bike): Samsung/Panasonic/LG; 252 Wh
  • Reichweite: 56 Kilometer
  • Ladezeit: zwei Stunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 25 km/h
  • Motor: 250 Watt
  • Drehmoment: 40 Nm
  • Kette: Shimano
  • Reifen: 28mm, 35mm, 40mm
  • Rahmengröße: je nach Bedarf (im Spec-Sheet des Unternehmens steht tatsächlich „endlos“)
  • Farbauswahl: nach Wunsch

Preis soll unter 2.000 US-Dollar sinken

Du kannst das Superstrata ab sofort vorbestellen. Als klassisches Fahrrad (Superstrata Terra Bike) kostet es 2.799 Euro. Für die E-Bike-Version (Ion E-Bike) zahlst du 3.999 Euro.

Für ein Qualitätsfahrrad, das du an deine Bedürfnisse anpassen kannst, ist das ein bezahlbarer Preis. „Wir möchten aber in der Zukunft den Preis weiter herunterbekommen, idealerweise unter 2.000 US-Dollar“, verspricht Vu.

Sky Christopherson, zweimaliger Olympia-Radsportler und Weltrekordhalter im Velodrom-Sprint, ist jedenfalls schon begeistert.

In einer Pressemeldung des Unternehmens sagt er: „Meine Olympia-Fahrräder waren zwar immer absolute Leichtgewichte, sind jedoch gerade bei hoher Belastung häufig gebrochen. Das Superstrata Bike ist genauso leicht wie andere Bikes aus Kohlefaser, aber viel stabiler und härter im Nehmen. Für mich wird dadurch ein Traum wahr.“

Im September sollen erste Tests beginnen und Kunden können die ersten Lieferungen ab Dezember 2020 erwarten.

Und dann? „Aktuell experimentieren wir mit anderen Sportgeräten“, verrät Vu. So könnte es eventuell künftig auch Tennis- oder Golfschläger oder vielleicht sogar Drohnen von Superstrata geben.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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