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Tempolimit auf der Autobahn? Diese Länder haben die meisten Todesfälle

Deutschland ist eins der wenigen Länder auf der Welt, in denen es kein allgemeines Tempolimit auf der Autobahn gibt. Das führt seit einiger Zeit zu Diskussionen. Ein Argument für das Tempolimit: Man kann schwere Unfälle vermeiden. Stimmt das? Wir schauen heute auf eine Übersicht, die zeigt, wie Tempolimit und Todesfälle auf europäischen Autobahnen zusammenhängen. 

Kann ein Tempolimit auf der Autobahn Unfälle reduzieren? Das ist eins der Argumente für eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen. Doch das Thema ist kontrovers.

Was sagen Zahlen zum Tempolimit?

Erst vor einigen Tagen scheiterte ein Antrag der Grünen im Bundestag dazu. Sie forderten ein Tempolimit von 130 Kilometer pro Stunde. Die Mehrheit im Bundestag lehnte das ab, auch wenn viele Bürger das anders sehen.

Doch was sagen eigentlich die Zahlen zum Thema Verkehrssicherheit und Tempolimit?

Der European Transport Safety Council (ETSC) hat die Sicherheit auf Europas Autobahnen in Bezug zum Tempolimit untersucht. Dabei hat der ETSC die durchschnittliche Zahl der Unfalltoten auf Autobahnen und das jeweilige Tempolimit im Land verglichen, und zwar von 2011 bis 2013.

Wichtig zu beachten ist jedoch, dass die Untersuchung des ETSC die statistische Messgröße der Toten pro Milliarden Fahrzeugkilometer angibt. Diese ist daher nur eingeschränkt vergleichbar, weil die Berechnungsgrundlagen für die Fahrzeugkilometer von Land zu Land variieren.

Ein weiteres Problem: Ein Tempolimit auf der Autobahn bedeutet nicht gleichzeitig, dass es auch strikt kontrolliert und bestraft wird. Wenn ein Land mit Geschwindigkeitsbeschränkungen hohe Todeszahlen aufweist, kann das auch daran liegen, dass sich wenige Autofahrer an die Begrenzungen halten oder diese entsprechend lasch kontrolliert werden.

Die Ergebnisse sind – wenn also auch mit Vorsicht zu genießen – dennoch interessant. Sie zeigen nicht nur, in welchen europäischen Ländern die meisten Todesfälle auf Autobahnen durch Unfälle erfolgen, sondern auch, ob es möglicherweise einen Zusammenhang zum Tempolimit gibt.

Platz 10: Deutschland / Norwegen

Deutschland und Norwegen liegen im europaweiten Vergleich der Todesfälle auf Autobahnen gleichauf. Durchschnittlich 1,9 Personen sterben auf den Autobahnen hierzulande und in Norwegen pro Milliarde gefahrener Autobahn-Kilometer. Damit liegt Deutschland insgesamt im europäischen Mittelfeld.

Auch scheint im direkten Vergleich das Tempolimit auf der Autobahn nicht für mehr Sicherheit zu sorgen. Denn in Norwegen gilt ein Tempolimit von 90 Kilometer pro Stunde.

Autobahn, Deutschland

Platz 10: Deutschland und Norwegen. (Foto: Pixabay / WikimediaImages)

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Über den Autor

Andrea Keller

Andrea arbeitet neben ihrem Studium in einer Kölner Online-Agentur und als freie Journalistin für Tageszeitungen sowie Blogs. Ihre Themenschwerpunkte sind neben Social-Media vor allem Politik, Gesellschaft, Sport und Reisen.

12 Kommentare

  • Es nervt nur noch sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Man sollte einsehen das das Tempolimit auf Autobahnen unnötig ist und wir schon viel zu viel Zeit verschwendet haben für ein Thema, wo der Klimavorteil unter realistischen Bedingungen nahe zu Null ist. Unter dem Punkt VERKEHRSSICHERHEIT ist ein Tempolimit ebenfalls Blödsinn, dafür brauch man sich nur den Beitrag hier durchlesen…

    • In Wirklichkeit geht es den überwiegend links sozialistischen Befürwortern eines generellen Tempolimits auf Autobahnen doch nur darum, dass auch der Luxuswagenfahrer nicht schneller fahren darf wie der Sozialpädagogikstudent mit seinem klapprigen Kleinwagen. Sozialneid ist der Grund dafür, dass nicht sämtliche Verkehrsmittel zum Umweltschutz beitragen müssen, sondern in erster Linie immer nur der Individualverkehr…

  • Hallo zusammen!

    Ich bin für ein Tempolimit.
    Und ich weiß auch wieso.
    Dafür brauche ich keine weiteren Artikel und auch keine teuren Forschungen mehr.

    • Der Herr Alexander Frank sollte lieber seinen Führerschein abgeben. In der Stadt wo 50 kmh ist kommt er vielleicht noch klar aber sonst nicht mehr. Wahrscheinlich nur ein Sonntagsfahrer.

      • Wieder eine die nach einem verkackten Arbeitstag auf der BAB richtig schön den Frust mit der Geschwindigkeit abbaut und sich gut dabei fühlt. Mir ist das zu primitiv.

  • Für autonomes Fahren ist eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit unumgänglich. Zudem dient es dem Aufrechterhalten des Verkehrsflusses. Nachdem nun Milliarden Euro in 5G für flächendeckende Versorgung unter anderem für autonomes Autofahren von ALLEN Mobilfunkkunden getragen werden, würde ich erwarten, dass sich da auch mal was bewegt. Aber solange wir lieber ohne generelle Höchstgeschwindigkeit im Stau stehen, werden wir auch in diesem Punkt bald das Schlusslicht in der Welt sein…

  • Es kommt doch auf viele weitere Umstände an, wie zum Beispiel:
    Wie sind die Autobahnen gebaut.
    Wie ist das Rettungswesen aufgestellt.
    Wie sicher sind die Autos.

  • So ein Quatsch.
    Ich bin regelmäßig auf deutschen und belgischen Autobahnen unterwegs und behaupte dass die Todesquote in Belgien geringer ist als in Deutschland.
    Viel geringer sogar.
    Ich hab doch Augen im Kopf und traue denen mehr als irgendwelchen dubiosen Berichten.
    Von daher für mich wieder ein Beweis dafür, welchen Quatsch die Medien verbreiten.

  • Wir fahren immer mit dem Auto nach Spanien und die Autobahn ist total leer und trotzdem muss ich mit 120 dahin kriechen zum kotzen. Hier geht es doch nur um Kohle, wenn ich doch schneller fahre Harald

  • Ich bin auch für ein Tempolimit. Damit ist das Fahren deutlich entspannter, vor allem, wenn man nicht fahrzeugbedingt 200 km/h fahren kann.

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