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Tesla, löse doch bitte endlich mal dein tödliches Autopilot-Problem!

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Warum will Tesla seinen Autopilot nicht sicherer machen? (Foto: Tesla)

Tesla hat ein tödliches Autopilot-Problem. Doch aus irgendeinem Grund weigert sich der Autobauer es zu lösen. Das kann doch nicht so schwer sein! Ein Kommentar. 

Schon wieder hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) Tesla ermahnt. Wieder geht es um den Autopilot.

Hintergrund ist diesmal ein tödlicher Autounfall in Kalifornien aus 2018. Ein Tesla-Fahrer hatte den Autopilot aktiviert und beschäftigte sich vermutlich während der Fahrt mit einem Spiel auf seinem Smartphone, das ihm sein Arbeitgeber – Apple – geschickt hatte.


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So bemerkte der Fahrer nicht, als das Auto von der Spur abkam. Es Auto fuhr in ein Hindernis und der Fahrer verstarb.

In einem aktuellen Bericht spricht das NTSB Tesla eine Teilschuld zu.

„Tesla-Autopilot macht das Fahrzeug nicht autonom“

Der Fahrer sei zwar abgelenkt gewesen und habe auch den Autopiloten außerhalb seiner Kapazitäten genutzt.

Dennoch habe das teilautonome System kein gutes Warnsystem, um Fahrer frühzeitig zu alarmieren, dass sie jetzt wieder am Steuer gefragt seien.

Darüber hinaus verlangt das NTSB, dass Tesla seinen Autopiloten derart anpasst, dass man ihm als Fahrer einfach keine Aufgaben zuordnen kann, für die er nicht programmiert ist.

Tatsächlich hatte der Tesla-Autopilot in dem Fall das Hindernis gar nicht erkannt und beschleunigt statt gebremst.

Es ist nicht das erste Mal, dass das NTSB Tesla auffordert, seinen Autopiloten zu verbessern. Auch andere Unternehmen, die an fahrerlosen Autos arbeiten, haben ähnliche Hinweise bekommen. Mit dem Unterschied, dass sie zumindest darauf reagiert haben.

Tesla ignoriert die Anweisungen aber und hat in der Vergangenheit behauptet, seine Autos seien sicherer als normale Fahrzeuge.

Immerhin: Tesla hat beim Marketing nachgebessert und die irreführende Aussage zurückgenommen, dass die Fahrzeuge „voll selbstfahrend“ seien. Auf der Website heißt es zum Tesla-Autopilot aktuell:

Die aktuellen Autopilot-Features erfordern eine aktive Überwachung vom Fahrer und machen das Fahrzeug nicht autonom.

Kann man von einem reifen, erfahrenen Autofahrer erwarten, dass er solche Aussagen versteht? Natürlich! Theoretisch sollte jedem Tesla-Fahrer sehr klar sein, was der Autopilot kann, was nicht und auch, was man selbst als Fahrer mit eingeschaltetem Autopilot tun darf. Am Smartphone daddeln gehört sicher nicht dazu.

Theoretisch klingt das logisch. Doch – und das ist ja das Problem – praktisch sieht es einfach anders aus.

Autofahrer überfordert, warum hilft man ihnen nicht?

Vielleicht liegt es am irreführenden Marketing. Vielleicht überschätzen die Fahrer die Fähigkeiten des Autopiloten. Oder vielleicht ist die Technologie auch einfach so neu, dass man eine Lernphase braucht. Möglicherweise weiß auch keiner so genau, was „aktive Überwachung“ mit Autopilot genau bedeuten soll.

Genau das sagen ja Experten schon seit Jahren. Es sind nicht die perfekt funktionierenden Roboterautos, mit denen wir Probleme haben werden. Die größte Herausforderung ist die Phase, in der man als Autofahrer schon viel Verantwortung abgibt, aber dennoch aufmerksam am Steuer sitzen muss. Wie und warum das schief das gehen kann, sieht man am Beispiel von Tesla.

Selbstverständlich kann man nachvollziehen, dass jeder Autofahrer auch selbst dafür verantwortlich ist, sein eigenes Fahrzeug und die Funktionen darin zu verstehen. Doch weil es hier offenbar hapert und tödlich endet, fällt es schwer zu begreifen, warum Tesla so bockig ist.

Ja, die meisten Menschen wissen, dass ein nasser Boden rutschig ist. Doch das zusätzliche Warnschild kann doch nicht schaden.

Vorsicht ist einfach besser als tote Autofahrer, vor allem, wenn wir über neue noch unvertraute Technologien sprechen. Und es kann doch nur in Teslas eigenem Interesse liegen. Der Autobauer ist seiner Konkurrenz in vieler Hinsicht meilenweit voraus. Warum also nicht einfach auch beim Tesla-Autopilot den zusätzlichen Schritt auf Nummer sicher gehen?

Wovor hat Tesla Angst?

Warum informiert man Tesla-Käufer nicht besser? Eindringlicher? Startet eine Info-Kampagne? Oder (und) passt die Technologie in den Fahrzeugen entsprechend an?

Hat Tesla etwa Angst davor, dass das Image des zukunftsweisenden Autobauers darunter leidet? Der Schuss könnte nach hinten losgehen.

Falls das Unternehmen sein Autopilot-Problem nämlich nicht bald in den Griff bekommt, dann wird Tesla bald nicht mehr für innovative Elektroautos mit größtem Fahrspaß stehen, sondern einfach der tödliche Autobauer sein. Das kann doch auch nicht das Ziel von Tesla sein.

Daher: Tesla, mache einfach deinen Autopiloten sicherer und dann sind sowohl Tesla-Fahrer als auch andere Verkehrsteilnehmer sicherer unterwegs. Das kann doch nicht so schwer sein, oder?

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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