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4 Dinge, die wir von der Thomas-Cook-Pleite lernen können

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Das können wir vom Aus von Thomas Cook lernen. (Foto: Thomas Cook)
geschrieben von Marinela Potor

Thomas Cook ist pleite. Das ist wohl das Ende des ältesten Reisekonzerns der Welt. Auch wenn sich das wahrscheinlich nicht ändern lässt, gibt es vier Lektionen, die wir von der Thomas-Cook-Insolvenz mitnehmen können. 

Der Reisekonzern Thomas Cook ist pleite. Die Nachricht kam nicht überraschend. Das Unternehmen hatte schon seit längerer Zeit Schwierigkeiten. Dennoch hat die Insolvenz schwerwiegende Folgen. Unter anderem sind 22.000 Stellen weltweit bedroht und aktuell sind über 600.000 Reisende mehr oder weniger gestrandet.

Doch auch wenn der älteste Reisekonzern der Welt höchstwahrscheinlich nicht mehr zu retten ist, können wir aus der Thomas-Cook-Pleite dennoch vier Lektionen mitnehmen.


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1. Neue Technologien sind nicht aufzuhalten

Das Angebot von Thomas Cook war lange unschlagbar: günstige Pauschalreisen über lokale Reisebüros vertreiben. Doch wann hast du das letzte Mal eine Pauschalreise über ein lokales Reisebüro gebucht?

Das Internet macht es uns sehr viel einfacher, die Pauschalreisen über Vergleichsportale zu finden und zu buchen oder auch selbst unsere Reisepakete mit wenigen Klicks zusammenzustellen, und das oft sogar günstiger als im All-Inklusive-Angebot.

Damit ist die Thomas-Cook-Pleite ein Paradebeispiel dafür, wie neue Technologien Traditionskonzerne zerstören können. Das kann man gut oder schlecht finden, es lässt sich aber nicht aufhalten.

Hätte Thomas Cook sich besser, schneller, smarter an die Internet-Revolution anpassen können? Vielleicht. Es war sicherlich keine gute Geschäftsentscheidung, 2010 massiv in physische Läden zu investieren. Es kann aber auch sein, dass die Tage des Reisekonzerns schon gezählt waren, als der erste Internet-Browser gelauncht wurde.

Das ist eine Lektion, die wir uns schon jetzt merken können für Konzerne wie Amazon oder Google, die uns jetzt übermächtig erscheinen.

2. Zu viele Krisen auf einmal kann keiner meistern

Doch es waren nicht nur das Internet und einige schlechte Investitionen, die Thomas Cook zu schaffen gemacht haben. Möglicherweise hätte das alleine den Reisekonzern nicht zu Fall gebracht.

Doch hinzu kamen der Arabsiche Frühling, steigende Spritpreise, eine unerwartete Vulkan-Krise, eine Hitzewelle auf den Kanaren und dazu auch noch der Brexit. Das waren selbst für einen Konzern wie Thomas Cook zu viele Baustellen auf einmal.

3. Nachhaltige Marken können viel aushalten

Auch wenn es jetzt nicht so wirkt, die Geschichte von Thomas Cook ist auch eine Erfolgsstory.

Der Baptistenprediger Thomas Cook organisierte bereits 1845 großangelegte Reisen nach Liverpool, 1855 kam die erste Europa-Rundreise für Briten dazu. Man könnte Thomas Cook daher auch den Erfinder des Pauschaltourismus nennen.

In seiner Unternehmensgeschichte überlebte der Reisekonzern zahreiche Weltwirtschaftskrisen, mehrere Weltkriege, viele Konzernübernahmen und sogar eine Staatsübernahme.

Das ist umso bemerkenswerter, weil Thomas Cook kein handfestes Produkt anbietet, das sich relativ leicht neu auflegen oder modernisieren lässt, sondern eine Dienstleistung. Auch als Marke ist das nicht so greifbar wie etwa ein iPhone.

Die Thomas-Cook-Pleite zeigt damit: Selbst die größten Marken sind nicht unsterblich, aber sie können verdammt viel aushalten, wenn sie nachhaltig sind.

4. Innovation funktioniert nach Baukasten-Prinzip

Wenn man ganz genau hinschaut, sind Thomas Cook und Online-Reiseunternehmen wie Expedia oder Airbnb durch das gleiche Geschäftsmodell erfolgreich geworden.

Sie alle haben Produkte oder Dienstleistungen genommen, die es schon gab – und sie einfach neu und vor allem kundenfreundlich kombiniert. Bei Thomas Cook war es die Idee, aus verschiedenen, bereits existierenden Reiseangeboten, einen Service zu machen.

Anstatt, dass Urlauber also mühsam Flug, Hotel und Transfer zusammensuchen mussten, gab es dies bei Thomas Cook einfach und günstig aus einer Hand. Thomas Cook hat also im Prinzip „nur“ etwas Bestehendes genommen und es neu zusammengewürfelt.

Das ist vom Prinzip her nicht sehr viel anders als die Idee von Expedia, bereits existierende Reiseangebote für Urlauber auf einer einzigen Vergleichsplattform zusammenzutragen. Daher wird es interessant zu sehen, welches Baukasten-System als nächstes die Branche erneuern wird.

All das hilft natürlich momentan weder den vielen Mitarbeitern, die ihre Stellen verlieren könnten, noch einer Industrie, die von der Thomas-Cook-Pleite sicher nicht unangetastet bleiben wird.

Noch ist allerdings nicht ganz klar, was mit dem Unternehmen passieren wird. Möglicherweise erhalten die chinesischen Investoren Thomas Cook auch weiter am Leben. Wer weiß, vielleicht schicken sie damit dann künftig chinesische Touristen auf Weltreise.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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