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Das gab’s noch nie! Tibber bietet Ökostrom im Abo-Modell

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Tibber-Mitgründer Edgeir Aksnes möchte Ökostrom per Flatrate nach Deutschland bringen. (Foto: Tibber)
geschrieben von Marinela Potor

Du möchtest Ökostrom nutzen und dafür immer den günstigsten Preis zahlen? Dafür gibt es jetzt eine App! Sie heißt Tibber, kommt aus Norwegen und Schweden und startet noch in diesem Jahr mit einem neuen Abo-Modell in Deutschland.

Kühlschrank, Waschmaschine, Smartphone, Elektroauto – fast alle Geräte in unserem Haushalt hängen am Strom. Doch egal, ob Atomkraft, Kohle oder erneuerbare Quellen: Egal, wo der Strom herkommt, eine Sache bleibt immer gleich – deine Abrechnung.

Dein Strompreis richtet sich nämlich bei allen Anbietern immer nach deinem Verbrauch. Das klingt erstmal logisch. Je mehr du verbrauchst, desto mehr musst du zahlen. Dabei gibt es aber ein Problem.


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Bei diesem System hat kein Stromanbieter ein wirkliches Interesse daran deinen Stromverbrauch zu senken. Hier liegt es meist am Verbraucher seinen Stromkonsum zu minimieren.

Viele tun das natürlich auch, entweder weil sie umweltbewusst sind oder aus Kostengründen oder beides. Doch dazu braucht man schon sehr viel Eigeninitiative.

Genau das möchte das Start-up Tibber ändern.

„Stromverbrauch innovativer und nachhaltiger gestalten“

Hinter Tibber stecken die beiden Gründer Edgeir Aksnes und Daniel Lindén. Sie haben Tibber 2016 gegründet. „Wir haben davor beide in der Energiebranche in der Softwareentwicklung gearbeitet“, berichtet Aksnes im Gespräch mit Mobility Mag.

Tibber, Edgeir Aksnes, Daniel Lindén

2016 starteten Edgeir Aksnes (l.) und Daniel Lindén ihr Start-up. (Foto: Tibber)

„Dabei sind uns drei Dinge aufgefallen. Erstens, alle Stromanbieter auf der Welt haben das gleiche Geschäftsmodell. Zweitens, über 99 Prozent aller Verbraucher in Europa sind Kunden von Unternehmen, die 100 Jahre älter sind. Darum gibt es, drittens, keine Innovation in dem Bereich.“

Genau das war aber auch ein Traumszenario für ein Start-up, fanden Aksnes und Lindén. So entstand Tibber.

Die Idee dahinter ist eigentlich sehr simpel: „Wir wollten den Stromverbrauch innovativer, grüner und nachhaltiger gestalten“, sagt Edgeir Aksnes.

So ist ein KI-basiertes Plattform-Modell entstanden. Ein smarter Algorithmus berechnet im Hintergrund die besten Ökostrompreise und sorgt so nicht nur dafür, dass dein Strom grundsätzlich aus erneuerbaren Energien stammt, sondern auch dafür, dass du weniger zahlst.

Mit Tibber beziehst du nämlich nicht nur Strom von einem einzigen Anbieter, sondern immer von dem Ökostrom-Anbieter, der gerade den besten Preis hat. Als Verbraucher erhältst du so automatisch den günstigsten Strompreis.

Bis zu 20 Prozent sparen

Tibber ist also kein Stromanbieter im klassischen Sinne, sondern bezieht den Strom von anderen Ökostrom-Anbietern – und bietet ihn dir dann über die eigene Plattform an. Für diesen Service, zahlst du im Gegenzug einen Fixpreis, also eine feste Grundgebühr.

In den nordischen Ländern hat Tibber dafür beispielsweise einen monatlichen Tarif von rund vier Euro eingeführt.

Darüber hinaus zahlst du, wie gewohnt, die Kosten für den genutzten Ökostrom pro Kilowattstunde. Allerdings – und das ist der große Unterschied zu aktuellen Modellen – sorgt Tibber dafür, dass die Kilowattstunde für dich, dank des smarten Algorithmus – immer so günstig wie möglich ist und du darüber hinaus deinen Verbrauch über die App stets kontrollieren kannst.

Die App zeigt dir nämlich an, welches Gerät wie viel Strom verbraucht – und von welchem Anbieter dieser Strom gerade kommt.

Du siehst also in der Tibber-App, nicht nur, wie viel du zahlst, sondern auch, wann du wie viel für den Strom bezahlst.

Unterm Strich sparst du mit Tibber im Schnitt 20 Prozent bei der Stromrechnung. Noch effizienter ist Tibber, wenn du die App mit Smart Devices, wie etwa einem Smart Meter, in deinem Haus koppelst.

Tibber wiederum verdient nicht an deinem eigentlichen Stromverbrauch, sondern vor allem an der Basis-Gebühr. Das ist gewollt.

Denn tatsächlich ist der Nachhaltigkeitsgedanke den Gründern sehr wichtig, erklärt Edgeir Aksnes. „Wir wollten ein Geschäftsmodell schaffen, mit dem nicht nur Verbraucher einen besseren Service bekommen, sondern wir auch unseren Planeten schützen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

App ist wie Magie

Obwohl der smarte Algorithmus von Tibber alles andere als simpel ist, ist die Nutzung der App für Verbraucher kinderleicht.

„Wir wollten einen guten Service für Verbraucher bieten, der ihre Stromkosten erheblich reduziert – dabei aber so einfach zu nutzen ist, dass er beinahe magisch wirkt“, sagt Edgeir Aksnes.

Die Tibber-Nutzung funktioniert demnach auch wirklich einfach in nur zwei Schritten.

  1. Die Tibber-App herunterladen.
  2. Sich beim Service registrieren.

Das war es eigentlich auch schon. Denn ab hier kündigt die App automatisch den bestehenden Vertrag mit dem aktuellen Stromanbieter und wechselt auf das eigene System. Am Ende zahlst du einen Fixpreis für deinen grünen Strom, plus deinen Verbrauch. Fertig.

Mit smartem Algorithmus Elektroauto besonders günstig laden

Tibber löst damit auch ein Problem, das viele Elektroauto-Besitzer haben. Viele von ihnen wollen nämlich ihr Elektroauto nicht nur mit Ökostrom laden, sondern auch dann, wenn der Strompreis am günstigsten ist.

Auch das funktioniert über Tibber sehr einfach. Die Ökostrom-App lässt sich nämlich mit der Lade-App von nahezu jedem Elektroauto verbinden. „Sobald du die Apps miteinander verbindest, zeigt Tibber dir an, wann es am günstigsten ist, dein Auto zu laden“, sagt Edgeir Aksnes.

Du kannst außerdem die App so konfigurieren, dass sie zum gewünschten Zeitpunkt, den Ladevorgang automatisch startet.

Tibber kommt nach Deutschland

Nachdem Tibber in Nordeuropa mit seinem Angebot sehr erfolgreich war, möchte das Start-up nun auch den deutschen Markt erobern. Dafür soll in den kommenden Wochen ein neues Büro in Berlin eröffnet werden.

Ein genaues Start-Datum konnte Aksnes allerdings noch nicht nennen. Auch sei noch nicht klar, welches Abrechnungsmodell man genau in Deutschland einführen wolle. Es gäbe die Möglichkeit wöchentlich oder monatlich abzurechnen oder auch stündlich. „Das kommt darauf an, welches Modell die Verbraucher gewohnt sind oder bevorzugen.“

Doch, so viel steht schon fest, ein Modell mit einer festen Grundgebühr soll es auch hierzulande geben. Allerdings ist der genaue Betrag für die Basis-Rate noch unklar.

Edgeir Aksnes hat aber keinen Zweifel daran, dass Tibber auch in Deutschland ein großer Erfolg wird: „Wir bieten wir ein wirklich grünes, nachhaltiges Strommodell, das auch deutschen Verbrauchern zusagt. Davon bin ich überzeugt“.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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