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11 fiese Uber-Scams, die du kennen solltest

Uber Applikation Smartphone
Foto: Pixabay / freestocks-photos
geschrieben von Marinela Potor

Die Ridehailing-App Uber hat es einfacher gemacht, vielerorts von A nach B zu kommen. Aber die App hat auch einige neue Betrügereien hervorgebracht, sowohl von Fahrern als auch von Fahrgästen. Wir stellen euch elf der häufigsten Uber-Scams vor.

Alle Uber-Betrügereien haben eins gemeinsam: Es geht um Geld.

Entweder wollen die Fahrer mehr Geld aus einer Fuhre herausholen. Oder Fahrgäste versuchen, sich darum zu drücken, die volle Summe zu bezahlen. Dafür werden aber beide Seiten durchaus kreativ.

Das sind einige der häufigsten Uber-Scams, die du daher kennen solltest.

1. Der „Short Stop“

Das ist ein Trick, den besonders geizige Passagiere gerne anwenden. Er funktioniert folgendermaßen: Ein Fahrgast gibt ein bestimmtes Ziel in die App ein, der Fahrer fährt ihn dorthin.

Anstatt einfach auszusteigen, behauptet der Fahrgast nun, das sei nicht sein eigentliches Ziel gewesen. In Wirklichkeit wolle er woanders hin (meist eine längere Strecke als eigentlich gebucht), und ob der Fahrer ihn nicht einfach gegen Bargeld dort absetzen könne.

Fahrgäste versuchen dadurch, weniger für die komplette Fahrt zu zahlen als sie es eigentlich müssten, wenn sie die gesamte Strecke über die App gebucht hätten.

Einige Uber-Fahrer lassen sich sogar darauf ein, da sie so keine Provision an Uber zahlen müssen und das ganze Bargeld einstecken können.

Tatsächlich ist das aus mehreren Gründen problematisch. Zum einen dürfen Uber-Fahrer vielerorts kein Bargeld entgegen nehmen (dazu gleich mehr). Zum anderen sind Fahrten außerhalb der App nicht immer versichert. Passiert dabei ein Unfall, ist der Fahrer haftbar.

Es ist daher ziemlich fies, wenn ein Fahrgast das tatsächlich probiert, nur um ein paar Euro zu sparen. Wie extrem das ausfallen kann, zeigt dieser Fall.

Solltest du dagegen wirklich mal aus Versehen ein falsches Ziel in die App eingegeben haben, kannst du das während der Fahrt ändern oder ansonsten einen weiteren Halt hinzufügen, um mit dem gleichen Fahrer weiterzufahren.

2. Von der vorgeschriebenen Route abweichen

Wenn ihr eine Fahrt über Uber bucht, schlägt die App eine bestimmte Route vor. Nun ist die Karte von Uber ehrlich gesagt nie so gut und zuverlässig wie Google Maps. So habe ich es tatsächlich schon erlebt, dass Uber-Fahrer mich mit Google Maps zum Ziel gelotst haben. Meist war die Fahrt dadurch wirklich kürzer.

Es geht aber auch anders – und zwar können sowohl Fahrer als auch Fahrgäste die Routenfunktion der Uber-App manipulieren.

Ein Uber-Fahrer kann aber natürlich auch absichtlich längere Strecken fahren als eigentlich notwendig. Da du für Zeit und Strecke zahlst, verdient der Fahrer natürlich etwas mehr, wenn er absichtlich eine längere Strecke wählt.

Wenn du als Tourist die Strecke gar nicht kennst und nicht so genau auf die App schaust, während du fährst, fällt dir das meist gar nicht auf. Du kannst aber nach deiner Fahrt immer eine Karte mit der gefahrenen Strecke sehen und bekommst sie auch mit der Abrechnung per Mail.

Prüfe hier immer sicherheitshalber nochmals nach, ob das auch die kürzeste Strecke war. Meist lässt sich direkt erkennen, ob dein Fahrer einen riesigen Umweg gefahren ist. Wenn du denkst, dein Fahrer wollte dich hereinlegen, kannst du dich direkt bei Uber beschweren und bekommst meist das Geld für die Fahrt erstattet.

Natürlich funktioniert dieser Scam aber auch andersherum. Ein Fahrgast kann dem Uber-Fahrer sagen, er wolle lieber eine alternative Route fahren, zum Beispiel weil er nicht gerne über die Autobahn fahre. Der Uber-Fahrer kommt dem nach und fährt so letztlich eine längere Strecke.

Anschließend beschwert sich der Fahrgast aber, dass der Fahrer nicht den direktesten Weg gefahren sei – und als Uber-Fahrer wird dir das Geld für die Fahrt abgezogen.

3. Sich nachträglich beschweren

Wütend Emoji Smartphone

Besonders gemein ist es, sich über einen Fahrer nachträglich zu beschweren – und dabei zu lügen. (Foto: Pexels / freestock.org)

Generell haben es Uber-Fahrer schwer, wenn sich ein Fahrgast nach der Fahrt bei Uber beschwert. Viele treiben es sogar so weit, dass sie sagen: „Mein Uber-Fahrer ist am Steuer eingeschlafen oder war angetrunken.“

Dann erstattet Uber nicht nur den Fahrgästen das Geld für die Fahrt zurück, sondern sperrt dich als Fahrer auch, bis der Vorfall geklärt ist. Das heißt, dass du dadurch mitunter mehrere Tage nicht für die Plattform fahren kannst.

Genau daher empfehlen so viele Uber-Fahrer, dass du dir eine Dashcam ins Auto installierst. Kommt daher solch ein Vorwurf, kannst du belegen, dass die Anschuldigungen nicht stimmen. In Deutschland sind solche Kameras übrigens legal.

4. Die Absage vor der Fahrt

Uber bietet sowohl Fahrern als auch Fahrgästen die Möglichkeit, eine Fahrt noch in letzter Minute abzusagen. Erfolgt die Absage durch den Fahrgast später als zwei Minuten nachdem er das Fahrzeug bestellt hat, muss er eine Absage-Gebühr bezahlen. Ein Teil davon geht an den Fahrer.

Das klingt eigentlich fair, doch es gibt Fahrer, die das Prozedere gerne ausnutzen. Sagen wir mal, du bist am Flughafen und hast ein Uber bestellt. Ein Fahrer nimmt die Fahrt an, du siehst auf der Karte aber, dass sich sein Auto nicht bewegt.

Du wartest ein paar Minuten. Nichts. Dann rufst du den Fahrer an und fragst, wo er denn bleibe. „Ich bin gleich da“, verspricht dieser dir. Wieder nichts.

Die meisten Fahrgäste verlieren hier die Geduld und sagen die Fahrt einfach ab, ohne zu wissen, dass der entsprechende Fahrer irgendwo bequem auf einem Parkplatz wartet und diese Masche den ganzen Tag abzieht.

Sollte dir das passieren, kannst du der Absage-Gebühr bei Uber widersprechen – und erhältst meist dein Geld zurück.

Genau das führt aber wiederum dazu, dass auch einige pfiffige Fahrgäste sich über die Absage-Funktion Geld erschleichen wollen.

5. Die Absage während der Fahrt

Das funktioniert wiederum eher über die Absage während der Fahrt. Denn sowohl Fahrer als auch Fahrgast können die Fahrt auch mittendrin abbrechen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn der Fahrgast plötzlich auf halber Strecke aussteigen muss.

Einige Fahrgäste nutzen das aus und sagen so die Fahrt mittendrin ab. Dann behaupten sie, es gäbe Probleme mit der App oder dem Telefon und ob der Fahrer sie nicht nicht doch auch so das letzte Stück nach Hause fahren könne.

Oder: Es sind mehrere Personen im Auto und diejenige, die das Uber bestellt hat, steigt als Erstes aus – und bricht dann die Fahrt ab. So bekommst du als Fahrer natürlich nur Geld bis dahin.

Auf so etwas solltest du dich daher nicht einlassen. Sobald ein Fahrgast die Fahrt abbricht, sollten die Passagiere daher aussteigen und ein neues Fahrzeug bestellen.

Denn erstens bist du als Fahrer möglicherweise nicht versichert, wenn du jemanden außerhalb der App herumfährst. Zweitens, bekommst du so natürlich auch kein Geld für die restliche Strecke.

6. Der Fahrer beendet die Fahrt nicht

Apropos Abbrechen: Achte als Fahrgast darauf, dass auch dein Fahrer die Fahrt beendet, damit du nicht für zusätzliche Kilometer zahlen musst.

Stellst du fest, dass er das nicht tut, kannst du dich direkt über den Hilfe-Button beschweren.

7. Der XL-Scam

Porsche SUV Straße

Für Autos mit Extra-Sitzen zahlt man bei Uber mehr. Das wird gerne ausgenutzt. (Foto: Pixabay / Tama66)

Bei Uber kannst du dir verschiedene Fahrzeuggrößen bestellen. Der Standard ist ein normaler PKW für maximal vier Fahrgäste.

Wenn ihr mehr Leute seid, könnt ihr entweder zwei Fahrzeuge oder ein Uber XL mit mehr Sitzen buchen. Das ist natürlich etwas teurer.

Um genau diese XL-Gebühr zu vermeiden, bestellen Fahrgäste darum manchmal ein Auto für vier Personen und versuchen dann sechs oder sieben Menschen ins Auto zu bekommen.

Erstens ist das natürlich nicht erlaubt und zweitens auch gefährlich. Was passiert, wenn die Leute, die nicht angeschnallt waren, sich bei einem Unfall verletzen? Als Fahrer musst du dafür zum Beispiel dann geradestehen.

Solche Überfrachtungen solltest du daher immer gleich ablehnen.

Doch es gibt mit Uber XL auch einen Trick, den einige Fahrer anwenden. Ein Uber-XL-Fahrer kann nämlich auch eine Fahrt für weniger Personen akzeptieren. Dann bekommt er dafür aber natürlich weniger Geld als für die XL-Fahrt.

Um sich trotzdem die XL-Gebühr zu sichern, geben Fahrer anschließend an, sie hätten nicht zwei, sondern fünf Personen gefahren.

Als Fahrgast bekommst du dann eine Mitteilung, dass du ein „Upgrade“ bezahlen musst. Auch hier kannst du dich natürlich nachträglich beschweren und hoffen, dass Uber dir dein Geld zurückzahlt.

8. Bargeld-Tricks

Bargeldzahlungen sind immer wieder eine beliebte Methode, um entweder den Fahrer oder die Passagiere hereinzulegen. Deshalb solltest du dich zunächst einmal vorab informieren, ob Bargeldzahlungen erlaubt sind. Das ist – je nach Ort – nämlich unterschiedlich.

Wenn es nicht erlaubt ist, solltest du, egal ob als Fahrer oder Fahrgast, immer gleich misstrauisch werden, wenn dir jemand versucht eine Barzahlung anzudrehen.

Für Fahrer kann es zum Beispiel sein, dass es ein Kontrolleur ist, der sichergehen will, dass du die Regeln einhältst. Doch auch kann ein Fahrgast versuchen, sich so eine günstigere Fahrt zu erschleichen.

Wenn ein Fahrer dies wiederum versucht – oft mit dem Vorwand seine App funktioniere nicht – hat er wahrscheinlich nur sein Smartphone abgestellt und kassiert am Ende doppelt, das Bargeld direkt und später nochmals über deine Kreditkarte.

Was aber immer legal ist: Trinkgeld in bar zahlen. Das habe ich selbst einige Male gemacht, weil meine Fahrer auf leerem Tank unterwegs waren und kein Geld dabei hatten, um nachzutanken.

In dem Fall habe ich ihnen einfach das Trinkgeld nicht über die App, sondern in bar gegeben. Hier ist aber wichtig, dass du wirklich nur ein Trinkgeld zahlst und es auch explizit so nennst.

Sollte Uber nämlich irgendwie mitbekommen, dass du deinen Fahrer in bar bezahlt hast, obwohl das verboten ist, wird ihm das Geld abgezogen, selbst wenn du es als Trinkgeld gemeint hast.

9. Der fiese Flughafen-Trick

Flughafen Menschen

Flughäfen sind ein Großteil von Ubers Geschäft – und daher auch ideal für Betrüger (Foto: Pixabay / Skitterphoto)

Flughäfen sind natürlich beliebte Sammelstellen für Uber-Fahrer und ihre Fahrgäste – und deshalb leider auch für Leute, die das ausnutzen.

Diese Masche funktioniert so: Ein Fahrer hält neben dir an und fragt, ob du ein Uber bestellt hast.

Wenn du das bestätigst, sagt dir der Fahrer, du könntest einfach deine bestellte Fahrt absagen und mit ihm fahren – und ihm einfach Bargeld geben, da er ja ohnehin schon hier sei.

Das solltest du nicht tun. Wenn du Glück hast, bezahlst du damit einfach einen nicht-legitimierten Fahrer. Wenn du aber Pech hast, bist du gerade zu einem Wildfremden ins Auto gestiegen und keiner kann nachvollziehen, wo du gerade bist.

10. Die Geisterfahrt

Einen Scam, den ich bislang nur aus persönlicher Erfahrung kenne, möchte ich ebenfalls teilen, da ich ihn ziemlich raffiniert fand. Ich war am Busbahnhof und hatte ein Uber bestellt.

Doch mein Fahrer kam und kam nicht, obwohl mir die App angezeigt hatte, dass er in drei Minuten da sein würde.

Ich schaue auf die App und stelle entsetzt fest, dass „ich“ angeblich unterwegs bin – und zwar zu einem neuen Ziel. Der Fahrer muss (vielleicht mit einem anderen Auto als in der App ange

geben?) so nah an mir vorbeigefahren sein, dass er mich als „eingestiegen“ markieren konnte.

Natürlich habe ich die Fahrt abgebrochen und direkt ein neues Fahrzeug bestellt, aber das Geld hat Uber mir nie zurück gezahlt.

11. Die „falsche“ Person mitgenommen

Das kann auch daran gelegen haben, dass der Fahrer behauptet hat, ich habe das Fahrzeug für eine andere Person bestellt. Dann sieht Uber mich natürlich als Betrügerin, während der Fahrer vielleicht im Endeffekt einen Freund von A nach B gefahren hat.

Es gibt aber auch wirklich Fahrgäste, die das tun, also das Fahrzeug angeblich für sich bestellen. Dann steigt aber eine andere Person ein. Der Fahrer denkt sich nichts Böses, aber am Ende behauptet der Fahrgast, er sei gar nicht abgeholt worden und erhofft sich dadurch natürlich das Geld für die Fahrt zurück.

Wenn du wirklich das Fahrzeug für jemand anderen bestellen möchtest, kannst du das aber auch direkt in der App tun oder einfach dem Fahrer eine kurze Nachricht schicken, damit es zumindest dokumentiert wird.

Scams sind nicht die Regel

Bei all diesen Scams ist das Problem eigentlich immer eins: Die App ist nicht perfekt und wer das System durchschaut, kann die Schwachstellen gut ausnutzen.

Fairerweise muss ich aber sagen, dass ich bislang wirklich nur zwei schlechte Erfahrungen mit Uber gemacht habe und ich die App schon seit mehreren Jahren nutze.

Mit Lyft hatte ich dagegen noch nie ein Problem. Allerdings nutze ich Lyft seltener, weil es in vielen Ländern nur Uber gibt.

Wie sind eure Erfahrungen: Wart ihr selbst schon mal Opfer eines solchen Scams?

Zum Weiterlesen

 

Wir schreiben in diesem Artikel durchgängig von Fahrern. Doch natürlich gibt es auch Uber-Fahrerinnen. Da die meisten Menschen, die für Uber fahren, aber überwiegend männlich sind, haben wir an dieser Stelle die männliche Form gewählt. In den persönlichen Beispielen handelte es sich in der Tat um Fahrer. 


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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