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Wer könnte Überfischung stoppen? Albatrosse!

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Diese Seevögel könnten die Überfischung stoppen. (Foto: Pixabay / jmarti20)
geschrieben von Marinela Potor

Überfischung zerstört das Gleichgewicht der Ozeane und beeinträchtigt unser Klima. Um dies zu stoppen, haben Forscher eine ungewöhnliche Methode probiert: Sie haben Albatrosse als „Spürhunde“ gegen illegalen Fischfang eingesetzt. Und es funktioniert! 

Überfischung ist ein schönes Wort für „illegalen Fischfang“. Die meisten Staaten haben strikte Fangquoten, damit Fische und Meere trotz Fischfang in einem natürlichen Gleichgewicht bleiben. Da sich das nicht mit den wirtschaftlichen Interessen im Fischfang deckt, umgehen viele diese Fangquoten. Das ist auch deshalb möglich, weil eine gründliche Kontrolle in weiten Gewässern schwierig ist.

Die Umweltstiftung WWF schätzt, dass die globalen Verluste durch Überfischung 36,4 Milliarden US-Dollar betragen. Satellitenüberwachung kann zwar dabei helfen illegalen Fischfang aufzudecken. Doch die Technologie ist teuer und vor allem sehr langsam in der Datenübertragung.


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Deshalb hat ein internationales Team von Forschern etwas Unkonventionelles ausprobiert: Überfischung mit Albatrossen aufspüren.

Dazu hat das Team 169 Albatrosse mit Sensoren ausgestattet und über den südlichen Teil des Indischen Ozeans fliegen lassen. Die Vögel spüren Fischerboote von selbst auf. Klar, hier wittern sie Nahrung. Das machten sich die Wissenschaftler zunutze.


Vier erstaunliche Fakten zu Albatrossen

Albatrosse sind bemerkenswerte Vögel. Ihre Heimat sind die Ozeane und sie sind extreme Vielflieger.

  • Es gibt 21 verschiedene Arten, 17 davon kommen in den südlichen Ozeanen vor.
  • Albatrosse sind Schnellflieger. Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 127 Kilometern pro Stunde.
  • Die Seevögel legen riesige Distanzen zurück. 2005 berichteten Forscher über einen Albatros, der die Erde in 46 Tagen (ca. 20.000 Kilometer) umrundet hatte.
  • Albatrosse werden erstaunlich alt, in der Regel bis zu 50 Jahre alt. Der älteste bekannte lebende Albatros heißt „Wisdom“ und ist mindestens 70 Jahre alt.

Denn mit den Sensoren konnten die Albatrosse das Radarsignal von Booten aus bis zu 30 Kilometern Entfernung wahrnehmen. Damit konnten die Forscher wiederum bestätigen, ob die Schiffe ihr Automatisches Identifikationssystem (AIS) aktiviert hatten.

Über das AIS können Schifffahrtsbehörden die Position eines Schiffes erkennen. Diese Information wird unter anderem dafür genutzt, um Kollisionen zu vermeiden. Boote, die illegalen Fischfang betreiben schalten ihr AIS häufig aus. Ein deaktiviertes AIS ist daher oft ein Zeichen für Überfischung.

Überfischung: Albatrosse erkennen hunderte verdächtige Schiffe

Die Albatrosse flogen zwischen Dezember 2018 und Juni 2019 über den Ozean und entdeckten in nationalen Hoheitsgebieten 353 Schiffe. Davon hatten 25,8 Prozent ihr AIS deaktiviert.

In internationalen Gewässern war die Quote höher. Hier entdeckten die Vögel, dass 36,9 Prozent der Schiffe ihr AIS nicht eingeschaltet hatten. Fischfang ist in internationalen Gewässern nicht illegal, muss aber eigentlich angemeldet werden.

Die Wissenschaftler glauben, dass sie damit beweisen konnten, wie effizient die Vögel illegalen Fischfang aufdecken können. Thoeretisch könnte man die Vögel gemeinsam mit Patrouillenbooten losschicken, da sie ihre Daten in Echtzeit übertragen. Das ist aktuell günstiger und effektiver als jeder Satellit.

Allerdings müssen die Vögel dafür von Ornithologen trainiert werden und langfristig möchte man auch nicht Tiere dafür nutzen. Vielmehr, so die Forscher, sollen die Albatrosse eine Zwischenlösung sein, bis die Satellitentechnik weiter fortgeschritten ist, um den Job der Albatrosse zu übernehmen und so Überfischung nachhaltig einzudämmen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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