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Die größten Fehler beim Buchen auf Airbnb – und wie ihr sie vermeiden könnt

Airbnb Gastgeber und Gast
Foto: Airbnb
geschrieben von Marinela Potor

Kein Unternehmen hat die Buchung von Reiseunterkünften so revolutioniert wie Airbnb. Dennoch zögern viele Reisende, ihre Urlaubsunterkünfte über die Plattform zu buchen. Zu unsicher, zu unvorhersehbar, zu ungewohnt.

Tatsächlich gibt es viele Stolperfallen auf Airbnb, in die man tappen kann. Genau deshalb haben wir euch eine Übersicht der sieben häufigsten Fehler beim Buchen zusammengestellt – und geben Tipps wie ihr sie vermeiden könnt.

Airbnb mag ein disruptives Unternehmen in der Reisebranche sein, doch viele Reisende scheuen sich davor, eine Urlaubsunterkunft über die Plattform zu buchen. Schließlich nistet man sich hier bei Fremden ein, ohne die gewohnte Sicherheit eines Hotels.

Was, wenn die Besitzer komische Leute sind? Woher weiß man, ob der Gastgeber vertrauenswürdig ist? Was macht man, wenn das gebuchte Zimmer ganz anders als auf den Fotos aussieht? Und vor allem: Was ist mit Privatsphäre?

All das sind begründete Sorgen und wer die Plattform zum ersten Mal nutzt, kann dabei schnell unbewusst in einige Fallen tappen. Im Folgenden haben wir euch daher die sieben häufigsten Fehler beim Buchen über Airbnb zusammengetragen und geben Tipps, wie ihr diese vermeiden könnt.

1. Ihr wolltet eine private Unterkunft und müsst nun das Haus mit anderen teilen.

Für einige mag es ja überhaupt kein Problem sein, Bad und Küche mit anderen Gästen oder dem Hausbesitzer zu teilen. Für andere ist das während einer Urlabusreise ein absolutes No-Go.

Zunächst einmal: Nicht alle Unterkünfte auf Airbnb sind Zimmer in Wohnungen anderer Menschen. Airbnb hat mittlerweile zahlreiche Angebote von Ferienwohnungen über das City-Loft bis hin zur privaten Villa, bei denen ihr eure ganz persönlichen Unterkünfte buchen könnt.

Die Plattform lässt auch kommerzielle Anbieter zu, sodass ihr hier zum Beispiel auch reguläre Hotels oder Bed & Breakfasts finden könnte.

Daher ist es umso schlimmer, wenn ihr beim Buchen denkt, dass ihr eine private Unterkunft gebucht habt, nur um bei der Ankunft festzustellen, dass ihr euch unfreiwillig auf eine Urlaubs-WG eingelassen habt.

Wie kann das passieren?

Airbnb lässt euch die Suche nach „Art der Unterkunft“ filtern. Hier könnt ihr zwischen einer eigenen Wohnung, privaten Zimmern und geteilten Zimmern (zum Beispiel ein Bett in einem Schlafsaal in einem Hostel) wählen.

Eigentlich würde man meinen, dass man mit der Suchmaske somit schon die Ergebnisse filtert. Doch Vorsicht! Viele Gastgeber tragen, aus Unwissen oder weil sie ihr Angebot anders interpretieren, ihre Unterkünfte in die falsche Kategorie ein.

Wer sich hier allein auf die Filterung durch die Suchmaske verlässt, kann so schnell genau das buchen, was er nicht wollte.

Unser Tipp: Lest euch GANZ genau die Beschreibung der Wohnung durch. Oft kann man daran schon erkennen, ob die Unterkunft geteilte Räumlichkeiten hat oder nicht. Im Zweifelsfall kontaktiert den Gastgeber vor dem Buchen, um so unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

2. Die Bewertungen sahen so gut aus, eure Erfahrung war aber furchtbar.

Wenn es um die Bewertungen geht, solltet ihr vor dem Buchen zwei Dinge niemals vergessen: Lest wirklich ALLE Bewertungen (auch wenn es sieben Seiten sind!) und lest zwischen den Zeilen. Denn jeder Reisende ist anders, hat andere Ansprüche und legt auf verschiedene Dinge Wert.

Während also jemand kritisieren mag, dass die Lage nicht zentral war, ist das für jemanden, der mit dem Auto anreist oder gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, völlig irrelevant.

Andere dagegen mögen sich nicht so sehr daran stören, dass das Bad nicht klinisch sauber ist, während das für andere die absolute Horrorvorstellung ist. Lest daher ganz genau, was andere Gäste geschrieben haben und lest wirklich alle Bewertungen.

Denn manchmal versteckt sich ein für euch kritischer Punkt auf Seite fünf der Bewertungsliste. So könnt ihr einfach durch aufmerksames Lesen von vorneherein die Unterkünfte aussortieren, die für euch nicht in die engere Auswahl gehören.

Zum Lesen zwischen den Zeilen gehört auch: Achtet darauf, wenn die Gäste den Gastgeber in hohen Tönen loben, aber die Unterkunft mit keinem einzigen Wort erwähnen.

Das bedeutet häufig: Diese Reisenden haben keine hohen Ansprüche an die Unterkunft, für sie ist der Austausch mit dem Gastgeber aber wichtig. Wenn das auf euch nicht zutrifft, seid ihr auch in diesem Fall besser beraten, einen genaueren Blick auf die Räumlichkeiten zu werfen und gegebenenfalls eine andere Unterkunft zu suchen.

3. Ihr habt eine Unterkunft ohne Bewertungen gebucht.

Das klingt ein wenig hart, denn schließlich will man ja auch Neulingen auf der Seite eine Chance geben. Doch wenn jemand noch keine einzige Bewertung hat, solltet ihr euch das Profil besonders genau anschauen.

Einige davon sind „Profilleichen“, die mal vor etlichen Jahren eine Unterkunft eingestellt haben und dann Airbnb vergessen haben. Andere bieten vielleicht einfach keine attraktive Bleibe an und deswegen hat noch nie jemand ihre Unterkunft gebucht.

Es kann aber auch einfach sein, dass der Gastgeber vor Jahren ein Profil erstellt hat, es dann vergessen hat und nun wieder aktiv werden möchte. Der letzte mögliche Fall ist, dass der Gastgeber neu auf der Seite ist und einfach noch keine Zeit hatte, Bewertungen zu sammeln.

Zwei dieser Fälle sagen „nicht buchen“, zwei sind dagegen einen genaueren Blick wert.

Doch wie könnt ihr das eine vom anderen unterscheiden?

  • Die Fotos der Unterkunft sind hochwertig, zeigen viele Details und die Beschreibung der Wohnung, der Nachbarschaft und des Gastgebers sind alle sehr ausführlich. So möchten Gastgeber zeigen, dass sie nichts zu verbergen haben. Nichtssagende Beschreibungen weisen dagegen darauf hin, dass der Gastgeber wahrscheinlich nicht besonders engagiert ist und ihr eine entsprechende Unterkunft erwarten könnt.
  • Wann wurde das Profil erstellt? Ist es ein neues Profil, lohnt sich zweiter Blick auf das Angebot. Stellt ihr dagegen fest, dass jemand seit Jahren eine Unterkunft auf Airbnb anbietet, aber noch gar keine Bewertungen hat und dafür auch keine Erklärung bietet, sollten Alarmglocken schrillen.
  • Der Gastgeber bietet einen Rabatt für die ersten Buchungen an. Auch das zeigt: Hier hat jemand verstanden, dass sein Profil nicht so attraktiv ist und möchte aktiv um Gäste werben. Das ist meist ein gutes Zeichen für gute, bemühte Gastgeber.
  • Der Gastgeber hat zwar keine Bewertungen für diese spezifische Unterkunft, dafür aber für andere. Dann hat er vielleicht einfach ein neues Angebot online gestellt und ihr könnt euch die Bewertung der anderen Unterkünfte anschauen und euch danach richten.

Ein weiterer Test ist es, dem Gastgeber vorab eine Nachricht zu schicken. Kommt die Antwort umgehend und zeigt sich der Gastgeber hilfreich, ist dies ein weiteres gutes Zeichen, dass ihr selbst bei einer Unterkunft ohne Bewertungen eine gute Bleibe findet.

Wenn einer oder sogar mehrere der genannten Punkte nicht zutreffen: Finger weg!

4. Ihr habt eine Unterkunft mit schlechten Fotos gebucht.

Schlechte Fotos sollten euch misstrauisch machen. Auch das mag erstmal übertrieben klingen, denn schließlich machen hier in den meisten Fällen Hausbesitzer Fotos mit ihren Handys.

Natürlich müssen die Fotos auf Airbnb nicht von professionellen Fotografen erstellt worden sein, doch es ist sehr wichtig, dass ihr auf den Fotos die Wohnung gut erkennen könnt.

Warnsignale sind vor allem:

  • Verschwommene Fotos, auf denen man nicht sehr viel erkennt: Was will die Person verstecken?
  • Fotos, die den Aufbau der Wohnung nicht erkennen lassen. Oft wird dadurch ebenfalls etwas versteckt, was der Gastgeber als unvorteilhaft empfindet.
  • Fotos, die tolle Sonnenuntergänge zeigen oder die Altstadt, nicht aber die Wohnung. Auch hier kann man davon ausgehen, dass die Unterkunft in keinem guten Zustand ist und der Gastgeber dies mit atmosphärischen Bilder vertuschen will.

Natürlich kann es auch schlicht sein, dass nichts davon zutrifft und der Gastgeber einfach schlechte Fotos macht. Wenn euch eine Unterkunft mit schlechten Fotos besonders attraktiv erscheint, fragt den Gastgeber nach weiteren Fotos.

An der Reaktion und den Fotos erkennt ihr dann recht schnell, ob es sich um eine gute Unterkunft handelt. Erhaltet ihr schnell Fotos, die eure Fragen beantworten, ist der Gastgeber vielleicht wirklich nur ein schlechter Fotograf. Kommen dagegen Ausreden, weitere schlechte Fotos oder gar keine Antwort, sucht euch lieber eine andere Unterkunft.

5. Ihr seid dem Preisvergleich von Airbnb verfallen.

Die private Ferienwohnung mit Balkon in ruhiger Lage wäre perfekt. Doch die andere Unterkunft, die weder besonders gute Bewertungen hat, noch genau das bietet, was ihr euch wünscht, ist billiger.

Auch wenn der direkte Preisvergleich auf Airbnb tatsächlich zum Sparen anregt – widersteht dieser Versuchung und bucht sie nicht!

Denn am Ende ärgert ihr euch nur, dass ihr nicht die 50 Euro mehr ausgegeben habt und dafür in der Wohnung Urlaub macht, die euch wirklich gefallen hätte. Dieser Geiz ist alles andere als geil und kann eure gesamte Reise ruinieren.

6. Ihr habt den Zoom auf der Karte nicht richtig genutzt.

Airbnb hat vor einiger Zeit etwas an seiner Suchfunktion über die Karte verändert. Seitdem gibt es Verschwörungstheorien, dass damit bestimmte Unterkünfte heimlich gesponsert werden oder es kann auch einfach ein schlechtes Webseiten-Update sein.

Wie dem auch sei, zoomt ihr in der aktuellen Browser-Version auf den falschen Stadtteil oder auf eine bestimmte Größe heran, werden nicht mehr alle Unterkünfte angezeigt. So können euch gute und attraktive Angebote entgehen, ohne dass ihr es merkt.

Spielt daher ein wenig mit dem Zoom, bewegt die Karte mit der Maus hin und her und stellt so sicher, dass ihr keine interessante Wohnung verpasst.

7. Ihr habt nicht auf euer Bauchgefühl gehört.

Manchmal kommt einem etwas an einer Unterkunft oder einem Gastgeber merkwürdig vor, ohne dass man genau sagen kann, was es ist. Die Bewertungen sind gut, die Lage auch, die Fotos sehen gut aus und trotzdem stört euch irgendetwas.

Hört auf dieses Bauchgefühl!

Denn oft deutet es darauf hin, dass ihr mit dem Gastgeber nicht gut auskommen werdet. Im Nachhinein habt ihr dann eine schlechte Erfahrung und denkt euch: Hätte ich mich doch nur auf meinen Instinkt verlassen!

All das garantiert natürlich nicht zu 100 Prozent, dass ihr nie eine schlechte Erfahrung auf Airbnb haben werdet. Dennoch helfen euch diese Tipps, einige der größten Fehler zu vermeiden.

Welche weiteren Tipps zum Buchen auf Airbnb habt ihr?

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

2 Kommentare

  • Dass AirBnB es nicht hinbekommt, ganze und geteilte Unterkünfte richtig zu trennen, ist wirklich das Nervigste an der Seite. Dabei gibt man doch die Anzahl der Reisenden ein. Wenn ich als Einzelperson nach einer ganzen Wohnung suche, sollten keine Angebote mit vier Schlafzimmern angezeigt werden, denn die wird der Vermieter im Zweifelsfall ebenfalls vermieten wollen.
    Deshalb mein Tipp für Leute, die Privatsphäre wollen: Nur Unterkünfte in Betracht ziehen, die nur ein Schlafzimmer haben.

    Andererseits hatte ich manchmal auch schon Glück und habe nur ein (günstiges) Zimmer gebucht, hatte aber die ganze Wohnung für mich allein.

    Bei den Bewertungen lese ich nur die aktuellsten, sonst dauert das ja ewig. Und die Eindrücke von vor drei Jahren sind oft nicht mehr relevant, weil zwischenzeitlich renoviert oder mal geputzt wurde.

    Der beste Tipp ist aber, den Vermieter einfach anzuschreiben und zu fragen. Ich frage oft, ob es einen Schreibtisch gibt und ob ich die Wohnung allein habe, weil ich arbeiten muss. Dann weiß der Vermieter gleich, worauf es mir ankommt.

    • Ja, das scheint mir auch merkwürdig. Man kann aber leider auch nicht nach 1 Schlafzimmer suchen, sondern muss sich die Angebote genau anschauen, oder? Manche Unterkünfte haben dann auch noch 2 Schlafzimmer und sind trotzdem privat …

      Na ja, Jahre zurück muss man nicht lesen, das hat wirklich keinen Sinn. Aber bei sehr beliebten Orten (Paris, New York und gefühlt jede Stadt in Italien) sind die ersten 4 Seiten Bewertungen der letzten Monate. Mir ist es leider schon ein paar Mal passiert, dass ich genau deswegen einige unschöne Erlebnisse hatte und bin daher sehr vorsichtig damit geworden.

      Anschreiben ist immer gut – wenn man denn die Zeit hat und nicht gleich eine Unterkunft braucht, ist das ein sehr guter Tipp! Dadurch haben wir z.B. in unserer letzten Wohnung extra einen zusätzlichen Laptop-Arbeitsplatz bekommen 😉

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