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Tschüss, Verbrenner! Hier atmest du bald saubere Luft

Stadt Pärchen im Park
Immer mehr Länder verabschieden sich vom Verbrennungsmotor - für saubere Luft. (Foto: Pixabay / igorovsyannykov)
geschrieben von Marinela Potor

Während in Deutschland einige 100 Lungenärzte noch über Abgaswerte diskutieren, ist man an anderen Orten dieser Welt schon wesentlich weiter. Mehrere Länder wollen in nächster Zukunft Verbrennungsmotoren verbieten. Welche Länder sind das? Was genau ist geplant? Eine Übersicht.

Geht dem Verbrennungsmotor langsam aber sicher die Puste aus? Angetrieben von der globalen Erwärmung aber auch von extrem dicker Luft in den Städten wollen immer mehr Länder Autos mit Diesel- und Benzinmotoren verbannen.

Ausschleichen statt hartes Verbot

Das wird natürlich kein Verbot von heute auf morgen sein, sondern vielmehr eine Art „Ausschleichen“ der Autos mit Verbrennungsmotoren. Statt Diesel und Benziner sollen emissionsfreie Autos, also Elektroautos, gefördert werden. Doch wie genau sehen die Pläne dafür weltweit aus?


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Wir haben eine Übersicht mit den bislang geplanten Verboten für Verbrennungsmotoren von Ländern aus der ganzen Welt zusammengestellt.

Abschied vom Verbrenner Infografik

Nach und nach planen viele Länder weltweit den Verbrennungsmotor abzuschaffen.

Belgien

Hier gibt es zwar keinen landesweiten Plan für einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Doch die Regierung hat ein Diesel-Verbot für Brüssel bis 2030 versprochen. Offenbar werden auch Einschränkungen für Benziner angedacht.

  • Wichtigste Stromquellen: Atomkraft, fossile Energieträger
  • Anteil Elektroautos: ca. 0,1 Prozent1

China

China gilt oft als führendes Land in Sachen Elektromobilität. Jedoch ist das Land vorsichtig, konkrete Jahreszahlen zu nennen. Vielmehr arbeitet China mit Quoten.

Aktuell möchte das Land erreichen, dass Elektroautos und Hybridautos acht Prozent der Neuzulassungen ausmachen. Die Quote soll künftig kontinuierlich steigen.

  • Wichtigste Stromquellen: Kohle, Wasser
  • Anteil Elektroautos: 4,2 Prozent

Dänemark

Nyhavn Distrikt Kopenhagen Boote

Foto: Pixabay / skeeze

In Dänemark soll ab 2030 der Verkauf von Neuautos mit Benzin- oder Dieselmotoren verboten werden. Für das Jahr 2050 hat sich das Land sogar vorgenommen, komplett frei von fossilen Energien zu sein.

Den Anfang macht dabei die Hauptstadt Kopenhagen. Bürgermeister Frank Jensen will ab diesem Jahr neuere Diesel-Modelle, die nach 2018 registriert wurden, in bestimmten Stadtteilen ganz verbieten.

Es wäre natürlich sinnvoller, ältere (und damit) umweltschädlichere Modelle zu verbieten. Doch Jensen sieht sein Vorhaben pragmatisch. Er möchte nicht die Menschen bestrafen, die schon einen Diesel haben, sondern verhindern, dass Autofahrer sich neue Diesel zulegen.

Für die alten Diesel gibt es übrigens eine Abwrackprämie von 5.000 Kronen pro Auto (umgerechnet ca. 670 Euro), solange der Finanztopf es hergibt.

  • Wichtigste Stromquellen: Fossile Energieträger, Atomkraft
  • Anteil Elektroautos: 0,3 Prozent.

Deutschland

Deutschlands Pläne zum Verbot von Diesel oder Benziner sind nicht sehr konkret. Der Klimaschutzplan nennt etwas vage 2050 als Stich-Jahr. Bis dahin soll der Verkehrssektor weitgehend treibhausgasneutral sein. Konkrete Pläne oder Szenarien gibt es dafür allerdings nicht.

Trotzdem hält das einige Städte und Kommunen in Deutschland nicht davon ab, eigene Regeln aufzustellen.

Hamburg will ab sofort alle Diesel, die nicht den Euro 6 Standard erfüllen verbieten – allerdings nur auf zwei Hauptstraßen.

Heidelberg wiederum hat sich vorgenommen, bis 2030 einen Großteil der Stadt emissionsfrei zu halten. Bis 2025 sollen alle öffentlichen Busse elektrisch fahren.

In Stuttgart starten in diesem Jahr ebenfalls die strikteren Diesel-Einschränkungen. Ab sofort dürfen Diesel der Euronorm 4 (und schlechter) nicht mehr in der Stadt fahren.

  • Wichtigste Stromquellen: Kohle, erneuerbare Energien
  • Anteil Elektroautos: ca. 0,2 Prozent

Frankreich

Paris Brücke Seine

Foto: PIxabay / 12019

In Frankreich gibt es ernsthafte Überlegungen, den Verbrennungsmotor ab 2040 zu verbannen. Ab dann sollen keine Benzin- und Dieselautos mehr verkauft werden.

Aus der Hauptstadt Paris sollen Dieselautos bereits nach den Olympischen Spielen 2024 und Benziner ab 2030 verbannt werden.

  • Wichtigste Stromquellen: Atomkraft
  • Anteil Elektroautos: 0,4 Prozent

Großbritannien

Auch Großbritannien hat sich 2040 als Meilenstein gesetzt, um ab dann alle Neuwagen mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Dazu zählt Großbritannien übrigens auch Hybridautos. In London gibt es bereits jetzt eine „City Maut“, die Autos mit Verbrennungsmotor zahlen müssen, wenn sie in die Innenstadt fahren.

  • Wichtigste Stromquellen: Gas, Windkraft
  • Anteil Elektroautos: 0,1 Prozent

Indien

Indien möchte ab 2030 nur noch Elektroautos als Neuwagen zulassen. Käufer sollen diese Autos ohne Anzahlung kaufen können.

  • Wichtigste Stromquellen: Kohle
  • Anteil Elektroautos: 0,01 Prozent (Das klingt lächerlich, doch rechnet man die für die Bevölkerung sehr wichtigen E-Rikschas mit ein, liegt der Anteil von Elektrofahrzeugen bei 5,2 Prozent.)

Irland

In Irland kannst du ab 2030 ebenfalls keine neuen Benziner oder Diesel mehr kaufen. Größere Städte, wie Dublin, müssen ab sofort ihre öffentliche Busflotte von Diesel auf Elektro umstellen.

  • Wichtigste Stromquellen: Gas, Kohle
  • Anteil Elektroautos: 0,2 Prozent

Island

Island Wasserfall

Foto: Pixabay / 12019

Island möchte ab 2030 nur noch Elektroautos neu zulassen und bis 2040 möchte das Land CO2-neutral sein. Dazu investiert die Regierung in Subventionen zum Kauf von Elektroautos und kümmert sich ebenfalls um den schnelleren Ausbau von Ladestationen im Land.

  • Wichtigste Stromquellen: Wasser, Geothermie
  • Anteil Elektroautos: 1,4 Prozent

Israel

Bei einer Konferenz im Februar 2018 sagte Energieminister Yuval Steinitz, dass Israel sich ab 2030 um Alternativen zum Verbrennungsmotor bemühen möchte. Ab dann dürfen auch keine Benziner oder Diesel mehr importiert werden.

  • Wichtigste Stromquellen: Kohle, Gas, Solar
  • Anteil Elektroautos: 0,02 Prozent

Niederlande

Ab 2030 sollen in den Niederlanden nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden. Gleichzeitig möchte die Regierung die Ladeinfrastruktur weiter ausbauen und die Kohlekraftwerke stilllegen.

  • Wichtigste Stromquellen: Gas, Kohle
  • Anteil Elektroautos: 0,2 Prozent

Norwegen

Norwegen gilt als Vorreiter der Elektromobilität. In keinem anderen Land der Welt gibt es anteilmäßig so viele Elektroautos. Die Energie dafür stammt außerdem nahezu vollständig aus erneuerbaren Quellen.

Was viele aber vielleicht nicht wissen: Es gibt in Norwegen zwar das Vorhaben, bis 2025 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen. Doch ein gesetzliches Verbot gibt es nicht.

Vielmehr hat die Regierung probiert, dies über Steuervorteile für emissionsfreie Autos zu erreichen. Die Anreize haben gewirkt, jedoch sollen die Steuererleichterungen nun wieder eingestellt werden.

  • Wichtigste Stromquellen: Wasser
  • Anteil Elektroautos: 7,3 Prozent

Schweden

Stockholm Aussicht

Foto: Pixabay / brightfreak

Erst vor Kurzem verkündete nun auch Schweden, dass es künftig auf emissionsfreie Fahrzeuge setzen möchte. Ab 2030 dürfen hier keine Neuwagen mehr mit Verbrennungsmotoren zugelassen werden.

  • Wichtigste Stromquellen: Wasser, Biomasse
  • Anteil Elektroautos: 0,2 Prozent

Slowenien

Das kleine europäische Land hat große Pläne. Ab 2030 sollen hier keine neuen Autos mehr zugelassen werden, die ausschließlich einen Verbrennungsmotor haben. Das Emissionsziel von 50 Gramm CO2 pro Kilometer erlaubt damit aber ganz klar noch die Plug-In-Hybride.

  • Wichtigste Stromquellen: Atomkraft, Wasser
  • Anteil Elektroautos: > 0,1 Prozent

Taiwan

Der Umweltschutzplan von Taiwan sieht vor, dass spätestens ab 2035 der Verkauf von nicht-elektrischen Motorrädern und 2040 der Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verboten wird.

Fun Fact: Fast alle in Taiwan registrierten Elektroautos sind Teslas.

  • Wichtigste Stromquellen: Kohle, Gas, Atomkraft
  • Anteil Elektroautos: 0,006 Prozent

USA und Kanada

Quebec Kanada

Foto: Pixabay / Aurusdorus

Die USA haben keine landesweiten Pläne, um sich vom Verbrennungsmotor zu verabschieden. Doch mehrere Bundesstaaten haben sich vorgenommen, ab spätestens 2050 nur noch Elektroautos als Neufahrzeuge zu erlauben. Dazu gehören: Kalifornien, Connecticut, Maryland, Massachusetts, New York, Oregon, Rhode Island und Vermont.

In Kanada haben sich die Bundesstaaten Britisch Columbia sowie Québec dem Vorhaben angeschlossen.

  • Wichtigste Stromquellen: Gas, Kohle, Atomkraft (USA) / Öl, Gas (Kanada)
  • Anteil Elektroautos: 0,27 Prozent (USA); 0,2 Prozent (Kanada)

Haben wir einen Ort vergessen? Lasst es uns wissen!

 

Zum Weiterlesen

Mit dem Anteil Elektroautos ist der Anteil reiner E-Autos am Gesamtmarkt gemeint und nicht etwa der Anteil an Neuzulassungen.

Die Zahlen sind zwar nach bestem Gewissen und (soweit verfügbar) aktuellen, offiziellen Statistiken zusammengetragen, aber dennoch mit Vorsicht zu genießen. Denn nicht für jedes Land gab es gleichermaßen verlässliche Daten. Auch die Definition von „Elektrofahrzeugen“ ist nicht immer einheitlich.

Die Werte gelten also nur als Richtwert zu deiner Orientierung.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

5 Kommentare

  • Was ich an den Bericht vermisse, ob mit E-Fuel, was immer mehr wird, auch dazu zählt oder nur um den Klassischen Benzin, Diesel geht. Weil, wenn E-Fuel mehr auf dem Markt kommt, dann kann ein Verbrenner weiter gefahren und gebaut werden.

    • Hallo Matze,
      danke für den Hinweis. E-Fuels werden von den wenigsten Ländern als „emissionsfrei“ gewertet. Darüber kann man sich sicher streiten. Gemeint sind also wirklich nur Elektroautos. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das angepasst werden könnte, vor allem weil gerade im Bereich grünes Benzin und Diesel ja große Fortschritte gemacht werden…

      • Ja genau und das sehe ich und viele anderen auch so, das E-Fuel eine sehr gute Zukunft haben wird bzw werden kann. In Norwegen geht dieses Jahr eine Anlage Online die E-Fuel Produziert. Die brauchen nur Strom vom Wasserwerk und Luft. Der Rest wird in der Anlage Hergestellt und zu Benzin und Diesel verarbeitet. Nur mal ein Beispiel zu nennen. Und dafür braucht man keine Rohstoffe oder Landflächen oder sonst was und dafür ist es CO2 Neutral. Was ein Akku wiederum das Gegenteil davon ist. Auch wenn die Forschung auch da weiter geht, braucht der Akku immer gewiesse Materialen die abgebaut werden müssen und Energie zu Herstellung des Akku. Dazu kommt noch das entsorgen der Akkus, was auch wiederum mit viel Energie verbunden ist. Ich sehe E-Autos nicht als die Zukunft der Mobil Branche an.

        Ich möchte aber auch als Kunde eine freie Entscheidung haben, mit welche Antriebstechnik das Auto betrieben werden soll. Seih es mit Wasserstoff, E-Fuel oder Akku. Solange es CO2 neutral ist, ist doch alles Super. Würde der Staat nicht soviel Geld in die Akkus stecken, würden die Verkaufszahlen sicher noch kleiner sein als jetzt schon sind.

        PS: Die Politik wollen ja CO2 ausstoss senken. Mit E-Fuel würde man jetzt und sofort jede menge CO2 und was noch so alles dazu gehört, einsparen, ohne Milliarden ausgeben zu müssen oder neue Infastrukturen aufzubauen. Aber wie man es sieht, wollen die es nicht und lehnt einen 100% Öko Sprit von Bosch ab. Das soll mal einer verstehen.

  • Bei dem Begriff „emissionsfrei“ kommt es sehr darauf an, was nicht emittiert werden darf, und ob nur die lokale Emission verboten ist, oder ob die Emissionen der gesamte Entstehungskette mit betrachtet werden müssen. Wird die Entstehungskette eingerechnet, was natürlich vernünftig wäre, wird es ein „emissionsfrei“ nicht geben. „Emissionsarm“ kann dann das Ziel heißen. Die Brennstoffzelle wird hier gar nicht erwähnt, obwohl da manche die Zukunft vermuten. Genau genommen ist sie nicht „emissionsfrei“, auch wenn sie nur Wasserdampf emittiert. Trotzdem werden viele sie als „Elektroauto“ einstufen wollen. Ein moderner Verbrennungsmotor, der E-Fuel verbrennt wird auch nur H2O und nicht-fossiles CO2 emittieren. Alle Antriebe werden in den nächsten Jahren weiter verbessert werden. Wir sollten nicht willkürlich die einen für tot erklären und die anderen subventionieren. Dass manche Politiker und Journalisten, das Akku-Auto als die Lösung darstellen ist unverständlich.

    • Hallo Jörg,
      du hast natürlich vollkommen Recht. Emissionsfrei bezieht sich auf lokale Emissionen (Abrieb mal ausgenommen) und nicht auf den gesamten Prozess. Mit Elektroautos sind aber durchaus auch Brennstoffzellen-Autos auf Wasserstoffbasis gemeint, in einigen Ländern ja auch Hybrid-Antriebe. Moderne E-Fuels (z.B. aus CO2 und mit Ökostrom, gibt es ja durchaus mittlerweile als vielversprechende Verfahren) haben derzeit noch die wenigsten Autofahrer, wenn überhaupt, aber es ist nicht gesagt, dass Städte da nicht nachbessern, bzw. ihre Richtlinien anpassen und E-Fuels mit einbinden. Die Übersicht ist ja ein aktueller Stand der Dinge (vom Feb 2019) zu dem, was Städte damals beschlossen hatten (und nicht das, was sich jemand hier in der Redaktion wünscht). Wir schauen uns die Lage gerne nochmals in einem Jahr an und machen dann ein Update. Wer weiß, wie es dann aussieht…

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