Future

Virtual Helsinki: Finnische Hauptstadt will mit VR-Reisen das Klima retten

Virtual Helsinki Senatsplatz
Helsinki investiert in VR-Reisen. Ist das ein nachhaltiges Konzept? (Foto: Zoan)
geschrieben von Marinela Potor

Wie sieht eigentlich das Reisen der Zukunft aus? Virtuell! Das ist zumindest die Idee hinter Virtual Helsinki, einem VR-Konzept der finnischen Hauptstadt, mit dem Besucher die Stadt auf völlig neuartige Weise digital erleben können. Die Stadt möchte damit, unter andrem, auch nachhaltigeres Reisen promoten.

Kennt ihr eigentlich schon Finnlands Hauptstadt Helsinki? Nein, es geht nicht um das Helsinki, das ihr mit euren eigenen Sinnen sehen, riechen und anfassen könnt. Wir meinen das virtuelle Helsinki. Mithilfe von VR-Technologie hat die Stadt nämlich für Reisende einen digitalen Zwilling von Helsinki geschaffen, Virtual Helsinki.

Virtual Helsinki ermöglicht Reisen in die Zukunft und die Vergangenheit der Stadt

Mit einer VR-Brille könnt ihr euch damit von eurem Sofa aus auf eine Tour durch die nordische Stadt begeben. Neben den typischen Sehenswürdigkeiten wie dem Senatsplatz oder , könnt ihr Helsinki damit aber auch aus völlig neuen Perspektiven erleben. Schaut euch ein Gebäude aus allen Winkeln an oder zoomt ganz nah an etwas heran.

Aalto Haus Virtual Helsinki

Auf VR-Touren können Nutzer Häuser auch von innen sehen. (Foto: Zoan)

Virtual Helsinki zeigt euch aber nicht nur die Stadt, die es jetzt gibt. Es ist auch möglich, künftige Bauprojeke zu projizieren und somit sozusagen in die Zukunft der Stadt zu blicken.

Und wenn man schon in die Zukunft schauen kann, warum dann nicht auch in die Vergangenheit? Genau deshalb werden VR-Touristen im Virtual Helsinki ebenfalls historische Stadttouren mitmachen können und sich so beispielsweise ansehen, wie Helsinki Anfang des 20. Jahrhunderts aussah.

Darüber hinaus soll es auch die Möglichkeit geben, im virtuellen Helsinki zu shoppen und sich im Anschluss die Produkte direkt nach Hause liefern zu lassen. Auch können Freunde, die vielleicht an völlig unterschiedlichen Orten dieser Welt sind, über das Programm gemeinsam durch Helsinki „reisen“.

Die Technologie für Virtual Helsinki hat das Unternehmen Zoan in den vergangenen drei Jahren mit insgesamt 35 Mitarbeitern entwickelt.

Ist virtuelles Reisen nachhaltiger?

Virtual Helsinki soll damit Interessierten digitale Erfahrungen ermöglichen, die sie im wirklichen Helsinki gar nicht machen können und somit nicht nur eine neue, sondern auch eine nachhaltige Form des Reisens bieten.

„Virtueller Tourismus ist ein global interessantes und wachsendes Thema. Konsumenten sind sich der Umweltauswirkungen des Reisens immer bewusster und wollen verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen“, erklärt Laura Aalto, CEO von Helsinki Marketing das Konzept. Damit soll Virtual Helsinki auch zur neueste Auszeichnung passen, die die finnische Hauptstadt erhalten hat: „Europäische Hauptstadt für smarten Tourismus“.

Doch während Virtual Helsinki einerseits damit das „Reisen“ in die Stadt günstig, einzigartig und umweltfreundlicher gestalten will, geht es natürlich bei dem Projekt dennoch auch darum, mehr Touristen in die wirkliche Stadt zu locken.

Die Idee dahinter: Wer einmal in digitaler Form die Stadt erlebt hat, will sie auch in echt sehen. Das VR-Modell soll ebenfalls dabei helfen, die Stadt international bekannter zu machen.

Auf Wunsch können in der virtuellen Welt Sportevents, Konzerte oder Messen dargestellt werden und so Investoren zeigen, wie ihr Event in Helsinki konkret aussehen könnte.

Damit ist aber auch die Frage der Nachhaltigkeit kritisch zu sehen. Denn erstens beeinträchtigt die Nutzung von VR-Technologien natürlich ebenfalls das Klima. Zweitens ist ein Anstieg des Tourismus durch solche Konzepte ebenfalls denkbar.

Andererseits ist es auch denkbar, dass einigen Menschen das virtuelle Reisen durchaus reicht und sie dadurch nicht mehr in ein Flugzeug steigen wollen. Auch Investoren könnten sich durch VR-Modelle die eine oder andere Flugreise sparen.

Doch das sind nur Spekulationen. Virtual Helsinki wird zunächst am 4. und 5. Dezember der Öffentlichkeit beim Slush-Festival in Helsinki vorgestellt.

Ab kommendem Jahr soll das Projekt dann groß aufgezogen werden und insgesamt, so die Hoffnung, eine Million virtuelle Touristen in die Stadt locken.

Es bleibt abzuwarten, ob dies dem Klima langfristig hilft oder schadet.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin auf Weltreise und Chefredakteurin vom Mobility Mag. Seit 2013 hat sie keinen festen Wohnsitz mehr und schlägt sich als digitale Nomadin um den Globus.

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