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VW ID.4-Launch: Elektroautos für Millionen, nicht für Millionäre

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Heute hat Volkswagen seinen ersten vollelektrischen SUV enthüllt: den ID.4. (Foto: Volkswagen)

Er wurde mit Spannung erwartet, nun hat Volkswagen ihn offiziell vorgestellt. Heute war der globale VW ID.4-Launch. Mit dem vollelektrischen SUV will Volkswagen den Massenmarkt erobern – und Tesla eins auswischen. 

Volkswagen hat Tesla den Kampf auf dem Elektroauto-Markt angesagt und das hat man auch bei der heutigen Weltpremiere zum ID.4 gemerkt. Der Launch fand virtuell über YouTube statt.

Die Botschaft war kurz, aber prägnant: Volkswagen hat kein Interesse daran, das außergewöhnlichste Elektroauto der Welt zu bauen. VW will vielmehr die Massen erobern. Das könnte dem Autobauer aus Wolfsburg mit dem ID.4 durchaus gelingen.


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Die Massen wollen bezahlbare SUVs – VW bietet das

Denn die Massen, das machte Scott Keogh, CEO für die Volkswagen Group of America schon zu Beginn deutlich, wollen keinen Schnickschnack, keinen Luxus und sie interessieren sich auch nicht für Beschleunigungszahlen. Vielmehr wollen sie ein zuverlässiges und bezahlbares Auto.

Dabei richtet sich der ID.4 als SUV beim Launch ganz klar an den nordamerikanischen Markt. SUVs machen schließlich 24 Prozent aller verkauften Neuwagen in den USA aus. Das am schnellsten wachsende Segment am Automarkt sind kompakte SUVs. Allein 2019 wurden in den USA davon vier Millionen verkauft.

Die Zielgruppe von Volkswagen ist also klar: die durchschnittliche amerikanische Familie.

Damit ist auch klar, dass die Specs des ID.4 zwar ordentlich sind, aber natürlich keine offenen Münder hinterlassen, wie wir es von den Launches von Tesla oder jetzt auch jüngst von Lucid gewohnt sind.

Dennoch konnte sich Keogh ein paar dezente Seitenhiebe gen Tesla nicht verkneifen. So sagte er beispielsweise: „Warum sollte man einen sechsstelligen Betrag für ein Elektroauto ausgeben, wenn man den ID.4 auch für unter 40.000 US-Dollar haben kann?“

Oder: „Wir wollen uns bewusst nicht mit anderen Elektroautobauern messen. Wir wollen die Herzen der SUV-Besitzer erobern.“

Das soll vor allem über den Preis passieren. Der ID.4 startet preislich bei 39.995 US-Dollar (ohne Mehrwertsteuer). Zieht man davon die staatliche Prämie für Elektroautos ab, landet man bei durchaus wettbewerbsfähigen 32.495 US-Dollar.

Zum Vergleich: Kompakt-SUVs in den USA mit Verbrennungsmotoren liegen in der Regel zwischen 25.000 US-Dollar und 35.000 US-Dollar.

Je nach Bundesstaat können Käufer allerdings noch weitere steuerliche Erleichterungen bekommen. In New Jersey beispielsweise kommt man damit auf einen Preis unter 30.000 US-Dollar. Für einen Stromer ist das beachtlich.

Hinzu kommen natürlich Ersparnisse beim Spritpreis, wie Keogh vorrechnet. So könne man allein dadurch 2.500 US-Dollar über einen Zeitraum von fünf Jahren sparen. Käufer bekommen außerdem drei Jahre Gratis-Zugang zu Schnellladestationen.

Ab 2022 will Volkswagen außerdem die komplette Nordamerika-Produktion in der US-Fabrik in Chattanooga lokalisieren. Das wird den SUV dann noch günstiger machen. Keogh sprach beim ID.4-Launch von einem Grundpreis um die 35.000 US-Dollar.

ID.4-Launch: Das können Autofahrer erwarten

Was können Käufer nun konkret vom ID.4 erwarten?

Volkswagen kann natürlich in Sachen Staun-Faktor nicht mit Tesla mithalten. Dennoch lassen sich die Specs durchaus sehen.

Der ID.4 ist mit einem 82 Kilowattstunden-Akku ausgestattet und bietet 201 PS. Am Schnellladegerät erlaubt der SUV 125 Kilowatt Ladeleistung, also genau so viel  wie der ID.3. Damit lädt der ID.4 in 38 Minuten von fünf Prozent auf 80 Prozent.

Die Reichweite liegt bei rund 400 Kilometern.

Die Specs für den europäischen Markt weichen davon etwas ab. Hier bietet der Akku 77 Kilowattstunden, eine Reichweite von 520 Kilometern nach WLTP und der Motor leistet 204 PS. Preislich startet der ID.4 in Deutschland in der Plus-Variante ab 43.329,42 Euro und in der First Edition liegt der Preis bei 48.690,78 Euro (inklusive Mehrwertsteuer).

Der Akku sitzt übrigens im Fahrzeugboden, was dem Auto mehr Platz im Innenraum erlaubt. Hier wiederum finden Fahrer gleich zwei Bildschirme, einmal in der Fahrzeugmitte und dann direkt über dem Lenkrad. Diese lassen sich per Gesten, Sprachbefehle und natürlich Berührung steuern.

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Im Innenraum gibt es gleich zwei Touchscreens. (Foto: Volkswagen)

Keogh sprach zwar von verschiedenen Assistenzsystemen. Features, die auf autonomes Fahren hindeuten, erwähnte er jedoch nicht. Immerhin: Der ID.4 ist mit WLAN an Bord ausgerüstet.

Das coolste Feature scheint ein Leuchtsystem zwischen Armaturenbrett und Fenster zu sein, das als Unterstützung in bestimmten Farben aufleuchtet.

Beispiel: Wenn das Navigationssystem sagt, man solle links abbiegen, leuchtet dann das Licht auf der linken Seite als Hilfe.

Der ID.4 kann schon nach dem Launch direkt online konfiguriert und vorbestellt werden. Der Reservierungspreis liegt bei 100 US-Dollar. Abholen kann man das Auto dann bei einem von 650 VW-Händlern in den USA.

Es wird zudem eine „First Edition“ mit einigen zusätzlichen Funktionen geben. Ab 2021 soll der ID.4 zudem als Allrad-Version mit zwei Motoren und 302 PS auf den Markt kommen.

In Deutschland ist der ID.4 ebenfalls ab sofort bestellbar.

Produktion CO2-neutral

Die Produktion soll außerdem von Anfang bis Ende komplett CO2-neutral sein. Damit positioniert sich Volkswagen als Autobauer mit dem „nachhaltigsten SUV“ auf dem Markt.

Scott Keogh fasste es so zusammen: „Wir wollen Elektromobilität für die Millionen machen, nicht für die Millionäre“ – eine weitere kleine Spitze gen Tesla.

Ganz klar, der ID.4 wird keine Ingenieursherzen höher schlagen lassen. Er könnte aber durchaus der Einstieg für Elektro-SUVs auf dem US-Massenmarkt sein. Hier hat Volkswagen schließlich auch ganz bewusst auf die Einführung des ID.3 verzichtet. Als Kleinwagen würde sich dieses Fahrzeug schließlich nur schwer verkaufen.

Volkswagen hält damit beim ID.4-Launch das ein, was man von VW erwartet: ein grundsolides Auto, das man sich leisten kann.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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