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Umfrage: Warum kaufen die Deutschen plötzlich so viele Elektroautos?

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Passt ein Elektroauto zu dir? Teste es einfach! (Foto: Daimler)

Der Automarkt in Deutschland stagniert in 2020. Der ganze Automarkt? Nein! Ein Segment verzeichnet ein Umsatz-Plus – und das sind die Elektroautos. Doch warum kaufen die Deutschen auf einmal mehr Elektroautos? Eine aktuelle Umfrage liefert Antworten. 

Im Corona-Umsatztief der Autobauer gibt es eine große Ausnahme: Elektroautos. Diese verkaufen sich nach Stückzahlen weiterhin im niedrigen Segment. Doch seit einigen Jahren ist der prozentuale Anstieg von E-Autos bei Neuzulassungen gewaltig.

Aktuell liegt der Stromer-Anteil bei Neuzulassungen bei sechs Prozent. Sicher, das ist noch ein Nischenmarkt, allerdings mit großem Wachstumspotenzial.


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Doch woran liegt das? Warum kaufen die Deutschen auf einmal Elektroautos?

Das Umfrageinstitut YouGov hat im Auftrag der DEVK-Versicherungen 2.063 Autofahrer gefragt, welche Gründe ihrer Meinung nach für die Anschaffung eines Elektroautos sprechen.

Die Antworten liegen irgendwo zwischen praktischem Denken, Pfennigfuchserei und Umweltbewusstsein.

Die Deutschen sehen Elektroautos als Beitrag zum Klimaschutz

Tatsächlich sagten 43 Prozent der befragten Deutschen: Elektroautos kaufen sie für den Umweltschutz. Denn wie viele Studien mittlerweile belegen, sind Elektroautos – sogar mit CO2-Belastung aus der Herstellung und deutschem Strommix – schon jetzt nachhaltiger als Verbrenner.

Ein weiteres Argument, das viele von Elektroautos überzeugt: Sie machen keinen Lärm. So sehen 21 Prozent der Befragten den Lärmschutz als Grund, um sich einen lautlosen Stromer zuzulegen.

Etwas überraschend ist vielleicht, dass 17 Prozent der Befragten technischen Fortschritt als Kaufargument für Elektroautos sehen. Das sehen vor allem jüngere Befragte so. Sie glauben, dass man durch Elektromobilität gleichzeitig in Technologien der Zukunft investiert.

Mit Elektroautos Geld sparen

Natürlich gibt es auch finanzielle Gründe, um sich ein Elektroauto zu kaufen. Zwar sind diese unterm Strich eigentlich teurer als Verbrenner, vor allem im direkten Modellvergleich. So sagen auch lediglich neun Prozent der Befragten, dass sie die Kaufpreise von Elektroautos attraktiv finden.

Doch mit der aktuell erhöhten Umweltprämie rücken die Elektroautos in attraktivere Preisklassen.

Das überzeugt offenbar vor allem deutsche Männer (23 Prozent). Insgesamt sagten 19 Prozent der befragten Deutschen, dass die Umweltprämien für sie ein Kaufargument seien.

Was aber wohl ebenfalls 15 Prozent der Deutschen von Elektroautos überzeugt: langfristiges Sparpotenzial. Denn Elektroautos sind in der Wartung günstiger und derzeit ist Strom günstiger als Diesel oder Benzin.

Was viele Befragten offenbar nicht wissen: Man kann mit Elektroautos auch Steuern sparen. Teilweise bleiben reine Elektroautos bis zu 10 Jahre steuerfrei. Auch Autoversicherungen für Elektroautos fallen oftmals geringer aus.


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Skepsis noch groß

Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch: Viele Deutsche sind noch sehr skeptisch, wenn es um Elektroautos geht. So sagte immerhin ein Drittel der Befragten, dass kein Argument sie vom Kauf überzeuge.

Die Skepsis ist laut YouGov-Befragung offenbar bei Frauen (37 Prozent) und Menschen über 55 Jahren (45 Prozent) am höchsten.

Mit technischem Fortschritt könnten sich viele aber vielleicht vom Kauf überzeugen lassen.

Dazu müsste sich aber in erster Linie der Preis ändern, sagten 38 Prozent der Befragten. Ganz klar: Um massentauglich zu sein, müssen Elektroauto-Preise auf Verbrennerniveau fallen.

Auch wünschen sich die Deutschen von den Elektroautos mehr Reichweite (37 Prozent), eine bessere Lebensdauer der Akkus (23 Prozent) sowie ein nachhaltigeres Recycling der Batteriezellen (18 Prozent).

Das zeigt: Auch wenn die Deutschen Elektroautos offener gegenüberstehen, sind die Fahrzeuge noch nicht im Massenmarkt angekommen.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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