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Wasserstoffauto oder Elektroauto – was solltest du kaufen?

Frau Auto Landschaft
Brennstoffzelle oder Akku - was ist das bessere Elektroauto? (Foto: Pixabay / Pexels)
geschrieben von Marinela Potor

Du möchtest dir ein Elektroauto kaufen? Das klingt leichter als es ist. Denn damit stehst du meist schon vor vielen neuen Fragen. Soll es ein batteriebetriebenes Elektroauto oder ein Wasserstoffauto sein? Was ist praktischer, was ist umweltfreundlicher und was besser für das Portemonnaie? Wir haben die beiden Antriebsformen verglichen.

Es ist ja nicht so, als ob es besonders einfach sei, sich für ein Elektroauto zu entscheiden. Wenn du zu denjenigen gehörst, hast du vorher garantiert zig Berichte, Vergleiche und Studien zum Thema gelesen.

Ist das E-Auto wirklich umweltfreundlicher als ein Verbrenner? Komme ich damit zur Arbeit und zurück? Kann ich damit in den Urlaub fahren? Woher kommt der Strom?


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Wenn du dich nach all der Recherche letzten Endes für ein Elektroauto entschieden hast, geht das Ganze wieder von vorne los. Denn das Elektroauto kommt in zwei Geschmacksrichtungen, einmal mit Akku und einmal mit Brennstoffzelle.

Was davon ist denn nun besser?

Brennstoffzelle vs. Akku: Wo ist der Unterschied?

Bevor wir darauf genauer eingehen, sollten wir erstmal klären, was genau der Unterschied zwischen einem Wasserstoffauto und einem batteriebetriebenen Elektroauto ist.

Bei beiden Autos werden die Motoren mit Strom angetrieben. Das sorgt dafür, dass sie keine unmittelbaren Schadstoffe in die Luft blasen.

Beim Wasserstoffauto läuft das über eine Brennstoffzelle. In der Brennstoffzelle erfolgt eine chemische Reaktion zwischen Wasser und Sauerstoff, die den Wasserstoff in Strom umwandelt.

Die rein batteriebetriebenen Elektroautos bekommen den Strom aus einem Akkumulator, also aus einer Batterie, die man wieder aufladen kann.

Doch welche Antriebsart ist praktischer, welche günstiger und welche umweltfreundlicher?

E-Auto: Akku laden, Auto fährt

Auch wenn Elektroautos mit Akkus nicht perfekt sind, haben sie viele Vorteile. Zum einen müsst ihr euch über das Aufladen keine Gedanken machen. Das Stromnetz existiert bereits.

Stecker in die Steckdose, Akku wird aufgeladen – das Auto fährt. Einfacher geht es nun wirklich nicht.

Beim Wasserstoffauto ist das schon komplizierter. Denn Wasserstoff liegt nicht einfach herum. Ihr müsst ihn tanken. Und das ist in Deutschland gar nicht so einfach. Denn im ganzen Land gibt es 45 Wasserstoff-Tankstellen, von denen nicht mal alle funktionieren.

Das liegt daran, dass es nicht so einfach ist, ein solches Tankstellennetz aufzuziehen und es sich bislang auch finanziell nicht lohnt.

Wasserstoffautos bieten mehr Reichweite und lassen sich schneller befüllen

Allerdings kommt ihr mit einem vollen Wasserstoff-Tank sehr viel weiter als mit einem vollen Akku. Wasserstoffautos fahren locker 400 Kilometer, meist mehr. Die Reichweiten von einem typischen Elektroauto mit Akku liegen eher um 250 Kilometer.

Darüber hinaus dauert es sehr viel länger, einen Akku aufzuladen als einen Wasserstoff-Tank zu füllen. Sagen wir mal, ihr seid mit einem Tesla unterwegs und hängt diesen an einen Supercharger. Dann seid ihr schon bei einem der schnellsten Ladesysteme für Elektroautos.

Doch selbst hier braucht ihr 20 Minuten, um den Akku zu 50 Prozent zu laden. Für 80 Prozent sind es 40 Minuten und zum vollen Aufladen braucht ihr 75 Minuten. Wenn ihr nicht gerade Karaoke singen wollt oder eine Massage in der Zwischenzeit kriegt (ja, das gibt es wirklich!), ist das recht aufwendig.

Beim Wasserstoff-Tank seid ihr nach ein paar Minuten fertig. Das geht also genauso schnell wie bei einem Diesel oder Benziner.

Großer Vorteil: Der Strompreis

Das kostet allerdings mehr. Denn Wasserstoff ist teurer als Strom. 2018 lag der Preis von einem Kilo Wasserstoff bei 9,50 Euro. Für 400 Kilometer müsst ihr im Schnitt vier Kilogramm Wasserstoff tanken. Diese Strecke kostet euch damit 38 Euro.

Wenn ihr die gleiche Strecke mit einem batteriebetriebenen Elektroauto fahrt, zahlt ihr dagegen nur 18 Euro für den Strom.

Wasserstoffautos: Hohe Preise, wenig Auswahl

Doch da hört der Preisvorteil für die batteriebetriebenen Stromer noch nicht auf. Elektroautos sind billiger als Wasserstoffautos. So kostet das Wasserstoffauto Toyota Mirai in Deutschland 78.600 Euro. Der Hyundai Nexo liegt bei knapp 80.000 Euro.

Der Hyundai Ioniq dagegen liegt – je nach Ausstattung – preislich zwischen 24.000 Euro und 40.000 Euro. Kleinere Modelle von Elektroautos gibt es schon unter 20.000 Euro.

Doch Wasserstoffautos sind nicht nur teurer, ihr habt auch kaum Auswahl. Wenn ihr schon bei batteriebetriebenen Autos nicht die größte Auswahl habt, ist das für Wasserstoffautos noch schlimmer.

Den Toyota Mirai könnt ihr zum Beispiel nur direkt über den Toyota-Vertrieb kaufen. Ein weiteres Modell, den Honda Clarity, gibt es in Deutschland gar nicht. Und dann bleiben fast nur noch der Hyundai ix35 Fuel Cell, beziehungsweise der Nexo.

Daimler hat jetzt zwar noch den GLC F-Cell herausgebracht. Der hat wiederum noch einen Akku und gibt es im Moment auch nur zu mieten, nicht zu kaufen.

Die Qual der Wahl habt ihr damit also wirklich nicht. Denn es ist einfach insgesamt noch komplizierter Wasserstoffautos zu bauen und die Verkaufszahlen sind sehr niedrig. Das motiviert bislang sehr wenige Autohersteller dazu, Wasserstoffautos zu entwickeln.

Wasserstoffauto oder Elektroauto, was ist umweltfreundlicher?

Welcher Antrieb ist aber umweltfreundlicher? Während keine Antriebsform direkte Emissionen ausstößt, ist die Herstellung der Antriebe aber nicht klimaneutral.

Akkus benötigen seltene Erden und Kobalt. Beides kommt aus problematischen Quellen, weil die Länder, aus denen sie abgebaut oder verschifft werden fragwürdige ethische und soziale Standards haben. Die Gewinnung von Lithium, einem weiteren Schlüsselelement für Elektroautos, ist ebenfalls problematisch für die Umwelt, auch wenn hier gerade nachhaltigere Methoden entwickelt werden.

Um Wasserstoff herzustellen, nutzen viele wiederum Erdgas. Bei dem Prozess entsteht klimaschädliches CO2.

Zur Klimabilanz der beiden Antriebe gibt es verschiedene Meinungen. Nach einer Analyse von Daimler liegt das batteriebetriebene Elektroauto bei 21,99 Kilogramm CO2 pro 100 gefahrenen Kilometern. Das Wasserstoffauto kommt auf 16,05 Kilogramm.

Eine Studie der TU München und der Uni Stanford fand wiederum, dass Elektroautos besser fürs Klima sind. Unter anderem bräuchten Wasserstoffautos mehr als doppelt so viel Energie wie Elektroautos.

Wasserstoff kann aber auch zu beinah 100 Prozent aus Ökostrom hergestellt werden. Das batteriebetriebene Elektroauto, selbst wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Energien kommt, kann damit (noch) nicht mithalten.

Wasserstoff hat aber noch einen weiteren Vorteil: Er kann als Stromspeicher herhalten, vor allem für Solarzellen oder Windkraftanlagen. Diese produzieren mal viel, mal wenig Strom, je nachdem wie das Wetter ist.

Gerade wenn zu viel Strom produziert wird, kann dieser nirgendwo gespeichert werden und die Anlagen müssen abgeschaltet werden. Eine Verschwendung. Stattdessen könnte dieser Strom in Wasserstoff umgewandelt werden.

Herrscht dann wieder eine Stromflaute, kann der Wasserstoff schnell wieder zu Strom werden. Das könnten Akkus in dem Maße gar nicht leisten.

Was ist besser, Elektroauto oder Wasserstoffauto?

Beide Antriebsformen haben ihre Vor- und Nachteile. Das Wasserstoffauto könnte langfristig komplett klimaneutral sein, bis dahin ist die Klimabilanz von Elektroautos tendenziell besser. Daher kommt es letztlich auf deine Fahrgewohnheiten und Vorlieben an.

Wenn du kein großes Budget hast, hauptsächlich kurze Strecken fährst und bereit bist, für lange Strecken deine Ladezeiten extrem gut zu planen und Geduld hast – ist das Elektroauto wahrscheinlich die bessere Wahl.

Beachte dabei auch, ob es für dich einfach ist, dein Auto zu Hause aufzuladen. Hast du eine Garage, ist das kein Problem. Doch was machst du bei einem Mehrfamilienhaus, bei dem du deinen Wagen draußen parkst und keine Steckdose in der Nähe ist?

Wenn du dagegen etwas mehr ausgeben kannst oder willst und du darüber hinaus häufig weite Strecken fährst und deine Tankgewohnheiten nicht ändern willst, dann ist das Wasserstoffauto eher etwas für dich.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

6 Kommentare

  • Bitte doch etwas sorgfältiger arbeiten.
    1. In der Brennstoffzelle reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser. Dabei entsteht Wärme und Strom.

    2. Elektroauto: Das Netz ist vorhanden? Bitte mal nachrechnen: Wieviel Energie haben 45 Mio Pkw als Benzin oder Diesel im Tank? Wie stark müssen die Stromnetze sein, um gleichwertige Elektroenergie (insbesondere in Ballungszentren) an zukünftige Elektroautos zu transportieren?
    Könnte große Investitionen voraussetzen!

    • Hallo Udo!
      Wie immer freue ich mich über so aufmerksame Leser. Danke also für deine Anmerkungen.
      Ja, es entsteht auch Wasser sowie Wärme und Strom – das entscheidende für diesen Artikel ist jedoch an dieser Stelle das Endprodukt „Strom“. Eine ausführliche Erklärung zur Brennstoffzelle gibt es sonst auch hier.
      Das Netz ist vorhanden bezog sich in diesem Fall auf Folgendes: Jeder hat eine Steckdose zu Hause vs. Wasserstofftankstellen sind noch Mangelware. Ob Elektroautos wirklich das aktuelle Stromnetz überlasten – wie du sagst – halte ich für sehr vereinfacht (es hängt von sehr vielen Faktoren ab, wie das Stromnetz das auffangen kann: wann wird geladen, gibt es Smart Grids, flexibles Laden etc.) , zumal das auch umstritten ist.

  • Hallo und nur kurz: Kobalt, Lithium etc. sind keine Seltenen Erden. Der Begriff wird immer wieder falsch benutzt…. Schönen Gruß, P F.

    • Stimmt! Danke für den Hinweis. Ist ein bisschen ein Nerd-Thema … was ich ja grundsätzlich liebe 😉
      Daher nur ganz kurz zum Hintergrund: Korrekt müsste die vollständige Bezeichnung eigentlich lauten „Metalle der Seltenen Erden“. Da sich aber seit ihrer Entdeckung der Begriff „Seltene Erden“ eingebürgert hat und von Otto und Lisa Normalverbraucher fast immer so genutzt werden und auch einen gewissen Wiedererkennungswert haben, haben wir an dieser Stelle auch den allgemein bekannteneren Ausdruck gewählt, auch wenn er geologisch und chemisch gesehen nicht ganz korrekt ist. Wer das Thema genauer erörtern möchte, kann gut mit diesem Wikipedia-Artikel einsteigen.

    • Peter! Jetzt habe ich erst gesehen, was du meinst. Das sollte an der Stelle tatsächlich „sowie“ Kobalt (also im Sinne von „und“) Kobalt heißen, durch den Vertipper ist es dann zu dem Fehler gekommen, den du entdeckt hast. Danke für den Hinweis, ich habe jetzt den ganzen Absatz umformuliert und weiter ausgeführt, damit es da künftig keine Verwechslungen mehr gibt. Hoffe ich…

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