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Yorks S1-Elite: Der luxuriöse E-Scooter made in Germany

Yorks S1-Elite E-Scooter Seitenansicht
Höchste Qualität made in Germany, aber teuer: Kann das bei einem E-Scooter erfolgreich sein? (Foto: Yorks)
geschrieben von Marinela Potor

Wo andere E-Scooter-Unternehmen vor allem auf günstige Produkte aus China setzen, wagt dieses Start-up aus Sindelfingen etwas anderes. Es produziert hochwertige, langlebige E-Scooter. Kann das Konzept aufgehen?

Wir schreiben das Jahr 2016. York Dlugokinski ist auf einem Event. Er ist Geschäftsführer der Fele GmbH & Co. KG aus Sindelfingen. Du weißt schon, die Stadt in der Nähe von Stuttgart, wo unter anderem auch Mercedes-Benz seine Fahrzeuge produziert.

Dlugokinski ist aber auf keiner Veranstaltung der Automobilindustrie. Stattdessen hört er sich Vorträge über Mikromobilität an. Insbesondere haben es ihm die Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter oder Hoverboards angetan.


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All das kommt genau zu einer Zeit, in der er unabhängiger von der Autobranche werden möchte. So entsteht schließlich die Idee zu „S1-Elite“, einem eigenen E-Scooter.

Die Gründer hinter dem Yorks S1-Elite möchten vor allem eins: hochwertige E-Scooter herstellen, die die Nutzer begeistern.

Der Weg dahin ist aber alles andere als typisch.

Illegale Testfahrten, Punkte in Flensburg kassiert

Dlugokinski möchte selbst einen E-Scooter entwickeln. Dafür  wählt einen etwas ungewöhnlichen Weg. Er und seine Geschäftspartner kaufen sich erstmal einen Haufen E-Roller und probieren sie alle aus. Dafür fahren sie teilweise sogar 2.000 Kilometer.

Ihr Ziel ist klar: Sie wollen mit ihrem Produkt Kunden von den Elektrorollern begeistern.

Bei ihren Test stellt das Team schnell fest: Die Qualität vieler E-Tretroller ist mangelhaft. Daher entscheiden sie sich ganz bewusst für einen anderen Weg. Sie wollen hochwertige E-Scooter entwickeln.

Vier Qualitäten sind ihnen dabei besonders wichtig: Qualität, Langlebigkeit, Sicherheit und Fahrdynamik.

So entsteht schließlich der Yorks S1-Elite – im firmeninternen Start-up „Yorks“ – und das zu einer Zeit, in der E-Scooter im deutschen Straßenverkehr (noch) illegal sind. Als Mitarbeiter den Prototyp auf der Straße testeten, kassierten sie deswegen sogar jeweils einen Punkt in Flensburg.

Yorks S1-Elite E-Scooter von hinten

Qualität, Langlebigkeit, Sicherheit und Fahrdynamik – das soll den S1-Elite auszeichnen. (Foto: Yorks)

Der E-Roller fährt bis zu 25 Kilometer pro Stunde, hat eine Reichweite von 25 Kilometer und die Ladezeit beträgt 2,5 Stunden. Mit 17 Kilogramm ist er leichter als viele andere E-Scooter, die meist 20 Kilogramm oder mehr wiegen.

Dazu ist er noch klappbar. Er sei zwar nicht der kleinste, aber der kompakteste E-Scooter, sagt York Dlugokinski.

Eine weitere Besonderheit ist das Ladekabel. Anstatt, dass Fahrer dies in einem Rucksack mitnehmen müssen, ist es beim Yorks S1-Elite direkt im Scooter integriert, so ähnlich wie ein Staubsaugerkabel. Der Motor wiederum kommt aus Asien, doch die Akkus stammen aus der Region.

All das macht sich auch im Preis bemerkbar. Dlugokinski möchte den Yorks S1-Elite für 1.600 bis 1.800 Euro verkaufen. Ganz klar, das Start-up ist kein Billiganbieter.

Das könnte aber vielleicht kein Hindernis sein. Denn zum einen würden viele Billig-Scooter nach dem aktuellen Gesetzesentwurf gar keine Zulassung bekommen. Aus den Anbietern, die dann noch übrig bleiben, liegt Yorks mit seinem Preis dann schon wieder gar nicht so hoch.

Zum anderen erkennen auch andere E-Scooter-Hersteller so langsam, dass die günstigen Scooter langfristig nicht wirtschaftlich sind, selbst als Sharing-Angebot. So hat beispielsweise US-Anbieter Bird gerade einen eigenen – hochwertigeren – E-Scooter ausgerollt, der preislich recht nah am Yorks S1-Elite liegt.

Größtes Problem: E-Roller wäre in Deutschland nicht zugelassen

Daran merkt man schon, dass York Dlugokinski eine ziemlich klare Vision von der Mirkomobilität hat. Ihm geht es weniger darum, Städte mit billigem Scooter-Sharing zu überschütten. Er möchte vielmehr ein nachhaltiges Produkt entwickeln, mit dem Menschen sicher durch die Stadt fahren können.

Den Ausdruck „letzte Meile“ hört er dabei aber gar nicht gerne. Denn dafür werden Elektrokleinstfahrzeuge wie E-Scooter in der Regel genutzt. Man fährt damit das letzte Stück vom eigenen Haus zum nächsten Transportmittel, also morgens zur Bushaltestelle oder am Wochenende zum Bahnhof.

Für Dlugokinski selbst ist der Yorks S1-Elite aber mehr so etwas wie sein ständiger Begleiter, den er so gerne fährt, dass er damit gut und gerne auch auf längeren Strecken unterwegs ist.

Im Frühjahr 2020 soll der E-Scooter in Serie gehen. Doch selbst mit dem neuen Gesetz, das Elektrokleinstfahrzeuge auf Radwegen erlaubt, hat der Yorks S1-Elite noch ein Problem. Die neue Verordnung erlaubt nur Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde.

Damit dürftest du den E-Scooter also gar nicht legal auf der Straße fahren. Doch als klar war, dass Deutschland nicht mehr als 20 Kilometer erlaubt, hat Yorks die Geschwindigkeit seiner Scooter gedrosselt. Technisch sei aber mehr drin, sagt Yorks gegenüber Mobility Mag.

Da das Tempo aber über eine Software im Steuergerät geregelt werde, könne man die Geschwindigkeit gegebenenfalls an die jeweiligen Tempolimits der unterschiedlichen Länder flexibel anpassen.

Also, entwarnung! Du darfst den S1-Elite also offiziell auf öffentlichen Verkehrswegen in Deutschland fahren – ganz ohne, dass du damit Punkte in Flensburg riskierst.

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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitätstrends aus der ganzen Welt. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von Mobility Mag.

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